
Weltweit suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach möglichst effizienten Methoden, CO2 bei dessen Entstehung einzusammeln und dann entweder sicher zu verwahren, zu vernichten oder weiter zu verwerten. Zwar verweisen die saarländischen Forscher darauf, dass es derzeit gängige Verfahren gibt, um CO2 (englisch: Carbon Dioxide) einzufangen (Capture) und zu lagern (Storage). Diese CCS-Technologien seien allerdings allesamt recht teure Verfahren (Kosten zwischen 50 und 150US$ pro Tonne CO2) mit überschaubarer Wirksamkeit. Auch Verfahren, bereits emittiertes CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen (Negative Emission Technologies, NETs), können die Menge des ‚Treibhausgases‘ alleine nicht spürbar reduzieren.
Verschiedene Möglichkeiten
Neben dem Ansatz, möglichst gar kein Kohlendioxid freizusetzen, forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daher auch an ergänzenden Methoden, um die nach wie vor gewaltigen CO2-Emissionen in den Griff zu bekommen. Hier stehen ressourcenschonende Vor-Ort-Lösungen bei der direkten Entstehung, aber auch mobile Carbon-Capture-Technologien im Fokus. Neben CCS und NET beschreiben die Forschenden den Einsatz sogenannter Reiz-reaktiver (auch Stimuli-responsiv genannt) organischer Materialien als eine weitere Möglichkeit, das Gas zu binden. Was sich dahinter verbirgt, weiß Markus Gallei, Professor für Polymerchemie an der Universität des Saarlandes. Er hat jüngst mit seinem Mitarbeiter Jian Zhou und Marc Deissenroth-Uhrig, Professor für Erneuerbare Energien an der HTW Saar, im hochrangigen Fachmagazin ‚Advanced Functional Materials‘ einen Übersichtsartikel über diese Spielart der CO2-Abscheidung veröffentlicht. „Der Fokus bei diesen Technologien liegt auf der ‚Schaltbarkeit‘ zur Aufnahme oder Abgabe von CO2“, erklärt Markus Gallei. Indem ein bestimmtes Material einem Stimulus ausgesetzt wird, kann dieses Material CO2 aufnehmen und gezielt wieder abgeben, wenn der Stimulus angesprochen wird. Ein solcher Stimulus kann Temperatur sein, Elektrizität, mechanischer Stress, Licht, der pH-Wert oder auch Magnetismus.
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