Multimodale KI-Lösungen von Sereact für intelligente Robotik

Keine Frage, die Industrie befindet sich mitten im Wandel. In Hochlohnländern steigt die Notwendigkeit zur Automatisierung immer weiter, um Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Doch der demografische Wandel und der Fachkräftemangel machen klassische Ansätze, die viel Spezialwissen voraussetzen, zunehmend ineffektiv. Während große Fertigungsindustrien wie die Automobilbranche für hochautomatisierte Prozesse bereits auf digitale Werkzeuge setzen, bleiben kleinen und mittelständischen Unternehmen solche Möglichkeiten noch oft verwehrt. Damit einher geht auch der schleppende Einsatz von Robotiklösungen. „Die Produktivität in der digitalen Welt hat sich durch KI breits massiv gesteigert“, sagt Ralf Gulde, Mitgründer und CEO von Sereact. „In der physischen Welt stehen wir hingegen noch am Anfang. Das wollen wir bei Sereact ändern.“ Mit Blick auf die Robotik besteht die zentrale Herausforderung darin, Robotik so zu gestalten, dass sie sich nicht nur für starre, wiederkehrende Aufgaben eignet, sondern auch für dynamische Umgebungen, in denen sich Prozesse, Produkte und Anforderungen ständig ändern.

KI-gesteuerte, adaptive Robotik

Dafür setzt Sereact auf multimodale KI-Modelle, die Sprache, Bildverarbeitung und Sensordaten verzahnen. Durch diese Kombination können Roboter ihre Umgebung besser verstehen, autonom Entscheidungen treffen und sich flexibel an neue Situationen anpassen. Dies basiert auf sogenannten Transformer-Architekturen, die bereits in großen Sprachmodellen wie ChatGPT zum Einsatz kommen. „Unser Ziel ist es, die reale Welt genauso effizient automatisierbar zu machen wie die digitale“, fährt Gulde fort. „Deswegen haben wir eine Technik geschaffen, die Roboter per Sprache oder Demonstration anleitet – ohne komplizierte Programmierung.“

Anstatt zeitaufwändig Code zu erstellen, können Roboter also durch einfache Spracheingaben oder Imitationslernen trainiert werden. Das bedeutet, dass sie neue Aufgaben allein durch Vormachen lernen. Diese intuitive Steuerung reduziert die Einstiegshürde für Unternehmen erheblich und macht Automatisierung auch in Bereichen möglich, in denen klassische Robotik bisher unwirtschaftlich war. „Automatisierung war bisher starr und unflexibel“, betont Gulde. „Mit multimodaler KI können Roboter endlich auf ihre Umgebung reagieren.“

Anwendung und Potenzial

Sereact fokussiert sich auf verschiedene Anwendungsbereiche, in denen die KI-gesteuerte Robotik einen deutlichen Mehrwert liefern soll. Dazu gehören:

æ Warehouse Automation: Einer der größten Herausforderungen in der Logistikbranche ist das Picking von vielen unterschiedlichen Waren. Bisherige Lösungen waren entweder zu unflexibel oder zu teuer. Mit KI-gestützter Robotik sollen Lagerhäuser ihre Effizienz künftig drastisch steigern und Prozesse vollständig automatisieren.

æ Industrielle Produktion: Nicht nur in der Automobil- und Zulieferindustrie müssen Roboter immer flexibler auf unterschiedliche Bauteile und Montageprozesse reagieren können, sondern auch im Maschinenbau sowie im Mittelstand. Sereacts KI-basierte Lösungen sollen Roboter dazu befähigen, Teile präzise zu greifen, richtig zu positionieren und Montageschritte eigenständig auszuführen.

æ Retouren-Handling und Qualitätskontrolle: In der E-Commerce- und Produktionsbranche ist die Bearbeitung von Rücksendungen und die Qualitätssicherung eine arbeitsintensive Aufgabe. Auch hier birgt der Einsatz KI-gesteuerter Roboter hohes Potenzial. Sie könnten etwa Pakete öffnen, den Inhalt inspizieren sowie den Zustand bewerten.

Vorteile durch KI-Einsatz

Die Vorgehensweise von Sereact hebt sich deutlich von herkömmlichen Automatisierungslösungen ab. So können Roboter durch die Kombination aus Bildverarbeitung, Sensorik und Sprachsteuerung kontextbezogene Entscheidungen treffen, ohne dass spezifische Situationen vorab programmiert werden müssen. „Die klassische Bildverarbeitung scheitert an Variabilität“, erklärt der CEO. „Unsere KI versteht Szenen, statt nur Muster zu erkennen.“ Roboter sind damit nicht mehr auf bestimmte Prozesse beschränkt, sondern können sich durch das sogenannte adaptive Lernen flexibel an veränderte Bedingungen anpassen. Last but not least benötigen Unternehmen durch intuitiv nutzbare Sereact-Lösungen wie PickGPT weder KI- noch Robotikexperten, um Anwendungen einzurichten und in Betrieb zunehmen.

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