
Cohesity, ein Spezialist für KI-gestützte Datensicherheit, untersucht in einer Studie u.a. die psychische Belastung für CEOs in Deutschland durch die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe. Demnach empfinden 77% der deutschen CEOs psychischen Druck durch ihre Verantwortung für Cybersicherheit, 60% äußern gar die Sorge vor einem Burnout. 49% sehen sich psychologisch auf ihre Verantwortung in diesem Bereich vorbereitet. Mehr als ein Drittel (36%) sagt sogar, dass sie nichts auf diese möglichen Folgen vorbereiten könne.
Die Befragten fürchten als persönliche Konsequenz durch einen Cyberangriff auf ihr Unternehmen vor allem die rechtliche Haftung (41%). Es folgen Rufschädigung (34%), Karriereknick (33%), persönliche Haftbarkeit (30%) und Jobverlust (28%). Viele haben sogar Angst um die Sicherheit für sich selbst (23%) oder ihre Familie (17%).
„Die psychische Belastung zeigt, dass vielen CEOs die möglichen Folgen eines Cyberangriffs bewusst sind. Entscheidend ist, aus dieser Sorge eine konkrete Vorbereitung abzuleiten“, sagt Christoph Linden, Director Solution Architecture Europe bei Cohesity.

Deutsche im Vergleich schlechter vorbereitet
Laut Cohesity-Studie schätzen deutsche CEOs, schlechter auf Cyberangriffe vorbereitet zu sein als ihre Kollegen aus Frankreich oder Großbritannien. Demnach werden z.B. 13% der deutschen CEOs innerhalb von fünf Minuten über eine Cyberattacke benachrichtigt, in Frankreich sind es 30%, in Großbritannien 19%. Zudem haben 49% vorab bereits die finanziellen Auswirkungen eines Cyberangriffs abgeschätzt (FR: 64%, UK: 76%).
Gleichzeitig erwarten laut der Studie 29% der deutschen CEOs, dass ihr Unternehmen im Falle einer Cyberattacke innerhalb eines Tages wieder voll betriebsfähig ist. Cohesity betont hier, dass dies bei schlechter Vorbereitung unrealistisch sei. In Frankreich erwarten 16% diesen Status und in Großbritannien 20%. In Deutschland glauben 8% der Befragten sogar, den Betrieb innerhalb einer Stunde wiederherstellen zu können.
Laut Studie haben deutsche CEOs im europäischen Vergleich höhere Erwartungen an die Resilienz ihres Unternehmens, bei schlechterer Vorbereitung. Cohesity verweist auf Zahlen von ransomware.live wonach es im ersten Halbjahr 2026 über 1,5-mal mehr Angriffe auf deutsche als auf französische Unternehmen gab. Die Autoren betonen, dass deutsche CEOs die Sicherheitslage in der Studie deutlich unrealistischer einschätzen als ihre Kollegen aus Frankreich oder Großbritannien.
Was können Unternehmen tun?
Um im Störfall funktionsfähig zu sein, rät Cohesity zu einem sogenannten Digital Jump Bag. Dabei handelt es sich um einen abgesicherten, isolierten Speicherort, der alles Notwendige enthält, um eine Cyberreaktion einzuleiten und einen vertrauenswürdigen Ausgangspunkt für die Wiederherstellung zu schaffen.
Zudem empfiehlt der Spezialist für Datensicherheit das Konzept der Minimum Viable Company (MVC). Darunter versteht man die kleinste Version einer Organisation, die im Notfall weiterarbeiten, Kunden bedienen und ihren Verpflichtungen nachkommen kann. Es handelt sich dabei um die minimale Kombination aus Mitarbeitenden, Prozessen, Technologien, Dokumentationen, Einrichtungen und Abhängigkeiten von Drittanbietern, die erforderlich ist, um den Geschäftsbetrieb unter beeinträchtigten Bedingungen aufrechtzuerhalten.


















