Deutschland im Bitkom-DESI-Index auf Platz 17

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Im Bitkom-DESI-Index 2026 (Digital Economy and Society Index), mit dem der Branchenverband den Digitalisierungsfortschritt der EU-Länder vergleicht, belegt Deutschland unter den 27 Mitgliedstaaten mit 51,1 Punkten den 17. Platz. Wie in der Pressemitteilung erklärt wird, kommt Deutschland bei der Digitalisierung zwar voran, kann mit dem Tempo insbesondere der kleineren EU-Länder aber nicht Schritt halten. Im Vorjahr lag Deutschland noch auf Rang 14 (50,1 Punkte), im alten DESI-Index der EU-Kommission 2022 auf Rang 13. Unter den fünf größten EU-Ländern belegt Deutschland Platz 2 hinter Spanien, gefolgt von Frankreich, Polen und Italien.

Laut Branchenverband stellt die EU-Kommission seit 2014 umfassende Daten zur Digitalisierung der Mitgliedstaaten zusammen und veröffentlichte bis 2022 daraus mit dem ‚Digital Economy and Society Index‘ ein Gesamtranking der EU-Länder. Seit 2023 gibt es kein solches Gesamtranking mehr. Stattdessen weist die EU-Kommission im Rahmen des ‚2030 Digital Decade Report‘ die entsprechenden Einzelindikatoren aus, etwa zu digitalen Kompetenzen, 5G-Abdeckung, Glasfaserverfügbarkeit, Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen oder digitalen Verwaltungsleistungen. Der Bitkom bildet aus diesem Indikatoren-Set mit der etablierten EU-Methodik wieder Einzel-, Bereichs- und Gesamtrankings. Insgesamt werden 44 Indikatoren betrachtet.

Zu den Ergebnissen sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst: „Deutschland macht Fortschritte bei der Digitalisierung, aber andere Länder sind schneller. Wer im digitalen Wettbewerb nach vorne will, muss nicht nur besser, sondern auch schneller werden“. Platz 17 könne für Deutschland nicht der Anspruch sein. Hier sei die Politik in Bund und Ländern, Wirtschaft und u.a. Bildungseinrichtungen gleichzeitig gefordert.

Im Gesamtranking 2026 liegt Dänemark mit 76,4 Punkten auf Platz 1, dahinter folgen Finnland (72,9 Punkte), die Niederlande (72,7 Punkte), Malta (70,3 Punkte) und Luxemburg (69,3 Punkte). Wintergerst: „Ein großer, föderaler Flächenstaat wie Deutschland lässt sich nur bedingt mit Luxemburg, Estland oder auch Dänemark vergleichen. Unter den bevölkerungsstarken Flächenstaaten positioniert sich Deutschland gut. Das ebenfalls föderal organisierte Spanien ist hier Vorreiter und zeigt, dass auch für Deutschland mehr geht.“ Am Ende des Rankings ordnet der Bitkom Rumänien (26,5 Punkte), Bulgarien (36,9 Punkte) und die Slowakei (38,3 Punkte) ein.

Für Deutschland stellen sich die Rankings in den einzelnen Bereichen wie folgt dar:

Im Bereich ‚Digitale Transformation von Unternehmen‘ erreicht Deutschland Platz 11 im EU-Vergleich nach Rang 8 im Vorjahr. Unter den 5 größten EU-Ländern steht Deutschland auf Platz 1. Die Autoren des Bitkom-Index betonen, dass hier insbesondere bei der Anzahl der Unicorns, also Startups mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro, eine leicht bessere Entwicklung zu beobachten war als im EU-Durchschnitt. Platz 1 in dieser Kategorie belegt Dänemark, gefolgt von Finnland, den Niederlanden und Belgien.

Bei der ‚Qualität der digitalen Infrastruktur‘ liegt Deutschland ebenfalls auf Platz 11 (Vorjahr 9) und auf Platz 2 im Vergleich der fünf bevölkerungsreichsten EU-Länder. Die 5G-Abdeckung erreicht nach Bitkom-Angaben inzwischen 99,5% der Haushalte und liegt damit über dem EU-Durchschnitt von 96,8%. Bei der ‚Nutzung der digitalen Infrastruktur‘ belegt Deutschland Platz 21. Der Branchenverband weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die allermeisten Haushalte den an ihrem Standort verfügbaren Superbreitband- und Glasfaseranschluss nicht nutzen. Nur 7% der Bevölkerung nutzen einen Breitbandanschluss mit mindestens 1.000Mbit/s.

Im Bereich ‚Digitale Kompetenzen‘ hat sich Deutschland von Platz 15 im Jahr 2025 auf nunmehr Platz 11 um vier Ränge verbessert. Unter den 5 größten EU-Ländern belegt Deutschland Rang 2. Als positiv bewerten die Studienverantwortlichen den Anteil der IT-Fachkräfte: Sie machen in Deutschland 5,5% der Beschäftigten aus, im EU-Durchschnitt sind es 5,0%. Auch beim Anteil der Absolventinnen und Absolventen in IT-Disziplinen liegt Deutschland mit 6,2% über dem EU-Durchschnitt von 5,5%. Die besten Werte bei den digitalen Kompetenzen erreichen Irland, Finnland und die Niederlande.

Bei der ‚Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung‘ belegt Deutschland im Bitkom-Index den 22. Platz von 27 EU-Ländern, nach Rang 21 im Vorjahr. Laut Verband gibt es auch hier Fortschritte, etwa bei vorausgefüllten Formularen: Ihr Wert steigt in Deutschland auf 52,0 Punkte, bleibt aber deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 75,9 Punkten. Digitale Verwaltungsangebote werden in Deutschland von 69,6% der Internetnutzerinnen und -nutzer verwendet, EU-weit sind es 76,0%. Platz 1 bei der digitalen Verwaltung belegt Malta, dahinter folgen Estland und Finnland. Unter den fünf größten EU-Ländern belegt Deutschland in diesem Segment Platz 3.

Bitkom-Präsident Wintergerst kommentiert die Ergebnisse wie folgt: „Die entscheidende Frage lautet: Wie bringen wir Deutschland auf einen schnelleren Digitalisierungs- und damit auf einen Wachstumskurs? Wichtig ist: Wir müssen unsere Digitalprojekte beschleunigen, von Gründungen in 24 Stunden über schnellere Genehmigungen für Rechenzentren, Mobilfunkmasten und Fabriken bis zum breiten Einsatz von KI in den Unternehmen. Und wir brauchen Smart Regulation: weniger Bürokratie, einfachere Berichtspflichten, digitale Identitäten und das Once-Only-Prinzip, damit Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen ihre Daten nur einmal angeben müssen. Digitalisierung darf kein Stückwerk bleiben. Deutschland braucht einen digitalen Nordstern – für mehr Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Souveränität.“