
Ein breites Produktportfolio sehen viele Unternehmen als Schlüssel zum Erfolg. Auf Herstellerseite kann sich jedoch mit wachsendem Portfolio ein Transparenzverlust einstellen – denn die Komplexität nimmt massiv zu. Verantwortlichen fällt es dann oft schwer, den Überblick zu behalten. Wachstum, Profitabilität, Resilienz und Innovationskraft leiden darunter. Variantenvielfalt mit diesen zentralen Zielen in Einklang zu bringen, ist daher oberstes Gebot für die Industrie – auch die Franz Binder GmbH & Co. Elektrische Bauelemente KG fokussierte dieses Thema vor gut eineinhalb Jahren. Das Portfolio des Familienunternehmens und Spezialisten für Rundsteckverbinder umfasste damals noch rund 30.000 Produkte. Die Aufgabe bestand darin, die Vielzahl an Varianten mit wirtschaftlicher Produktion zu verbinden. Das Loslassen fiel jedoch schwer. Viele Produkte hatten sich historisch etabliert, waren eng mit Kunden verbunden oder galten lange Zeit als strategisch wichtig. Überlegungen zwischen Vertrieb, Produktmanagement und Produktion liefen oft ins Leere. Schließlich fehlte es an einer Entscheidungsgrundlage.

Product Mining: Komplexität beherrschen
Als das Unternehmen dann auf die Product-Mining-Software von Soley stieß, war der Entschluss für ein Umdenken im Produktportfoliomanagement gefasst. Der Ansatz bietet eine systematische Methode, um Portfolios zu analysieren wie auch aktiv zu steuern. Während klassische Analysen oft auf manuellen Tabellen und einzelnen Expertenmeinungen basieren, verknüpft Product Mining hingegen alle relevanten Datenpunkte miteinander und lässt Rückschlüsse zu.
End-to-End-Analyse: Vom Kundenbedarf über Absatzentwicklungen bis hin zu Logistik- und Lagerhaltungskosten – alle Daten fließen in eine zentrale Plattform. Identifikation von Phase-out-Kandidaten: Statt spekulativer Einschätzungen liefert Product Mining Informationen darüber, welche Produkte nur noch wenig wirtschaftlich sind. Maßnahmenunterstützung: Unternehmen erhalten eine Übersicht über das Produktportfolio sowie Handlungsempfehlungen für Phase-out-Prozesse.
Für Binder war es besonders wichtig, dass auch die zu den Produkten zugehörigen Komponenten analysiert werden. Denn erst mit vollständigem Überblick lässt sich das Produktportfolio vereinfachen und, wo nötig, verschlanken. Im Familienunternehmen hat das – bereits nach einer kurzen Implementierungsphase – zu besserer Planbarkeit und Ressourcennutzung geführt.
Phase-out als strategischer Hebel
Ballastprodukte, die bisher ohne fundierte Entscheidungsgrundlage weitergeführt wurden, konnte das Team nun identifizieren und, falls sinnvoll, aus dem Portfolio nehmen. Dadurch wurden Logistik- und Lagerhaltungskosten reduziert – ohne die Kundenzufriedenheit zu gefährden.















