
Im Wohnbau verdichten sich derzeit mehrere Entwicklungen, die Planer und Elektroinstallateure unter einen gemeinsamen Handlungsdruck setzen. Die Energiewende bringt volatile Preise und neue Anforderungen an Netz und Verbraucher mit sich. Gleichzeitig halten Photovoltaik, Speicher, Wallboxen und Wärmepumpen in immer mehr Ein- und Mehrfamilienhäusern Einzug. Und mit der Digitalisierung steigen die Erwartungen der Bewohner an Komfort, Bedienbarkeit und Erweiterbarkeit. Vor diesem Hintergrund wird eine zentrale Frage immer wichtiger: Wie bleibt ein Wohngebäude über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren hinweg technisch, energetisch und digital zukunftssicher? ABB beantwortet sie mit einem klaren Prinzip: Gebäude müssen offen, integrierbar und servicefähig sein, damit sie langfristig Bestand haben. Dabei wird der Wohnbau nicht allein im Neubau entschieden, sondern vor allem im Bestand. Benjamin Wilms, Business Manager Home Automation und Entwicklungsleiter Home Solutions bei ABB und Busch-Jaeger, betont: „Das Gebäude der Zukunft entsteht nicht nur durch Neubau, sondern durch intelligentes Weiterdenken vorhandener Strukturen. Und genau dort braucht es Systemintelligenz statt einzelner, isolierter Maßnahmen.“ Für die Praxis bedeutet dies, dass Investitionsschutz und Ausbauoptionen bereits bei der Entscheidung für ein System beginnen. Ausschlaggebend ist weniger das einzelne Gerät, sondern vielmehr die Frage, wie sich Technik später erweitern, integrieren und langfristig betreiben lässt.
Offene Systeme als Basis für Investitionsschutz und Erweiterbarkeit
Zukunftssicherheit beginnt daher nicht mit einem einzelnen Produkt, sondern mit einer Architektur, die Wachstum ermöglicht. ABB positioniert sich im Wohnbau daher als ganzheitlicher Lösungsanbieter, der Energiemanagement, Gebäudeautomation und digitale Dienste zusammenführen möchte. Der Leitgedanke ist einfach und praxisnah: Hardware allein macht noch kein zukunftssicheres Gebäude. Erst das Zusammenspiel aus System, Software und Dienstleistungen schafft eine belastbare Grundlage für den gesamten Lebenszyklus. Wilms beschreibt das als konsequentes Umdenken: „Wir dürfen nicht mehr in Silos planen. Es geht darum, Energie, Komfort und digitale Erweiterbarkeit zusammenzubringen, damit das Gebäude über Jahre hinweg mit den Anforderungen wachsen kann.“ Ein Schlüssel dafür sind offene Ökosysteme. Denn klassische Insellösungen stoßen im Alltag schnell an Grenzen, wenn proprietäre Ansätze den Ausbau bremsen oder die Wahlfreiheit zu stark eingeschränkt wird. ABB setzt deshalb auf ein Verständnis von offenen Systemwelten, das kompatibel für Geräte, Anbieter und neue Technologien bleibt. „Ein Gebäude ist heute kein geschlossenes System mehr“, sagt Wilms. „Die Menschen erwarten, dass neue Funktionen und Geräte jederzeit dazukommen können, ohne dass die Basis infrage gestellt wird.“
Smart-Home-System als Herzstück
Gleichzeitig braucht es im Wohnbau eine stabile Grundlage, die dauerhaft funktioniert und nicht vom nächsten Gerätewechsel abhängig ist. Eine überzeugende Nutzererfahrung und vernetzte Lösungen entstehen durch die Integration in offene Ökosysteme. ABB und Busch-Jaeger bieten Offenheit auf der Feldebene und mit Busch-Free@Home ein offenes Ökosystem als Herzstück. Das Smart-Home-System wird seit mehr als zehn Jahren weiterentwickelt. Wilms spricht hier vom „Besten aus beiden Welten“: „Offenheit sorgt für Dynamik und ein professionell installiertes, zentrales System für Investitionsschutz.“ Für Elektroinstallateure und Planer bedeutet das vor allem eine klarere Systemlogik, eine verlässlichere Umsetzung und eine Lösung, die Zukunftssicherheit verspricht. Genau an dieser Stelle gewinnt Matter an Bedeutung. Der herstellerübergreifende Smart-Home-Standard ist IP-basiert und soll das Zusammenspiel von Geräten unterschiedlicher Anbieter erleichtern. Entscheidend ist jedoch, dass diese Offenheit auch in der Praxis stabil funktioniert. Deshalb setzt ABB auf Matter over Thread, das skalierbar und installationsgerecht ausgelegt ist. „Matter ist ein entscheidender Schritt in Richtung echter Kompatibilität“, erklärt Jan Schäfer, globaler Produktmanager für digitale Plattformen und Software im Wohnbereich bei ABB. „Für uns ist aber wichtig, dass es nicht nur irgendwie funktioniert, sondern professionell, stabil und sicher.“ Matter wird somit nicht als reines Endkundenthema, sondern als Infrastrukturbaustein für das Wohngebäude verstanden. „Wir bringen Matter aus dem Consumer-Bereich in eine Umgebung, die den Anforderungen einer professionellen Gebäudetechnik gerecht wird“, so Schäfer.
Energiemanagement als Herzstück im modernen Wohnhaus
Neben der Vernetzung rückt ein zweites Thema immer stärker in den Mittelpunkt, das in vielen Projekten längst zum Taktgeber geworden ist: das Energiemanagement. In Haushalten, die selbst Energie erzeugen und nutzen, wachsen Photovoltaikanlage, Speicher, Wallbox und Wärmepumpe zu einem komplexen System zusammen. Gleichzeitig müssen Netzvorgaben und Tarife berücksichtigt werden, während die Betreiber ihren Eigenverbrauch optimieren wollen. ABB versteht Energiemanagement deshalb als Kernelement des zukunftssicheren Wohngebäudes. Es geht nicht mehr nur um das Anzeigen einzelner Werte, sondern um intelligente Steuerung, Lastverschiebung und Priorisierung, damit Effizienz und Komfort zusammen funktionieren. Benjamin Wilms beschreibt diesen Wandel konkret: „Das Haus wird zum aktiven Teil des Energiesystems. Nicht mehr nur der Stromverbrauch steht an erster Stelle, sondern wie wir ihn intelligent nutzen, verschieben und möglichst effizient im Gebäude halten.“ Mit der Lösung Smart EMS lässt sich dieser Anspruch im Wohnhaus als integrierter Ansatz umsetzen, da Erzeugung, Verbrauch und Prioritäten in einer Systemlogik zusammengeführt werden können. Für Planer bedeutet das, Energiesysteme nicht als Zusatz, sondern als festen Bestandteil moderner Wohngebäude zu betrachten. Für Elektroinstallateure entsteht daraus ein Beratungs- und Umsetzungsbedarf, der weit über den Anschluss einzelner Komponenten hinausgeht. Gefragt sind durchdachte Gesamtlösungen, die auch bei wachsenden Anforderungen stabil bleiben und bei Bedarf erweitert werden können.











