Der minimalinvasive Weg zu mehr Energieeffizienz

In den vergangenen Jahren haben hohe Energiepreise die Betriebskosten von Gebäuden deutlich ansteigen lassen. Und eine Kehrtwende ist nicht in Sicht. Stattdessen prognostiziert etwa das Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) bis 2042 sogar noch einen Anstieg sämtlicher Energiepreise – von Strom über Erdgas bis hin zu Biomasse. Um angesichts dieser Entwicklung die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit von Immobilien nicht zu gefährden, sind Maßnahmen für mehr Energieeffizienz unumgänglich. Und das aus vielerlei Hinsicht. Denn abgesehen von der Betriebskostensenkung geht eine höhere Energieeffizienz zumeist auch mit mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz einher – Aspekte, die heute nicht nur vom Gesetzgeber, sondern zunehmend auch von Gebäudenutzern und Investoren eingefordert werden. Ein wirksames Mittel zur Steigerung der Energieeffizienz stellt die Modernisierung der Gebäudeautomation dar. Da hier in der Vergangenheit oftmals wenig getan wurde, sind die noch zu bergenden Einsparpotenziale beachtlich: Allein falsch eingestellte Klima- und Lüftungsanlagen in deutschen Zweckbauten machen dem Umweltbundesamt zufolge bis zu 50 Prozent der Energiekosten solcher Gebäude aus. Eine von digitalen Technologien unterstützte Automatisierung setzt genau an diesem Problem an und ermöglicht z.B. eine bedarfsgerechte und damit in vielen Fällen deutlich energiesparendere Steuerung der Gebäudefunktionen. Die hierfür benötigte Technik existiert bereits und lässt sich oft schon minimalinvasiv nachrüsten.

Mit Beratung zur individuellen Lösung

Einer Optimierung der Energieeffizienz durch digitalisierte Automatisierung scheint angesichts der erkannten Notwendigkeit und der verfügbaren Technik wenig entgegenzustehen. Viele Gebäudebetreiber wissen aber nicht so recht, wo sie mit den Modernisierungsmaßnahmen beginnen sollen. In diesen Fällen hilft eine frühzeitige Beratung durch erfahrene Expertinnen und Experten, um die technologischen Möglichkeiten (inklusive deren Mehrwerte und Return-on-Investment) zu verstehen, individuelle Ziele und Strategien zu definieren und bei der zunehmenden Regulierungsdichte den Überblick zu behalten. Insbesondere ein ganzheitlicher Ansatz, der von Planung über Umsetzung bis zum Betrieb alle Projektschritte und -aspekte (z.B. auch die Einhaltung aktueller Regulierungen, Gesetze und Normen) begleitet, ist für den Erfolg einer solchen Beratung entscheidend. So wird nicht nur sichergestellt, dass entsprechende Vorhaben in-Time und in-Budget umgesetzt werden können, sondern auch, dass der angestrebte Return-on-Investment erreichbar bleibt. Da geschulte Fachleute zudem erkennen können, ob und wie sich auf bestehende Technik aufbauen lässt, ist es mit guter Beratung häufig möglich, die Investitionskosten signifikant zu senken. Dazu muss jedoch zunächst der Status quo ermittelt werden.

Transparenz ermöglicht Intelligenz

Wie der VDI einleitend zu seiner Richtlinienreihe 3814 ‚Gebäudeautomation‘ schreibt, ist die Automatisierung der Gebäudefunktionen „das zentrale Werkzeug zum energieeffizienten und sicheren Betrieb“ von Gebäuden. Doch selbst dort, wo bereits Automatisierungslösungen im Einsatz sind, wird das energiesparende Potenzial dieses Werkzeugs meist nicht mal annähernd ausgeschöpft. Schließlich muss eine Automatisierungslösung, sofern sie allein auf Komfort getrimmt ist, auch nicht zwangsläufig mehr Energieeffizienz zur Folge haben. Will man beides, also Komfort und Energieeffizienz, zusammenbringen, braucht es eine möglichst intelligente und am Nutzungsverhalten ausgerichtete Steuerung der technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Diese Art von Intelligenz kann nachträglich jedoch nur dann in eine bestehende Automatisierungslösung eingebracht werden, wenn auch für eine ausreichende Datentransparenz gesorgt ist.

Engmaschiges Messkonzept

Um Ineffizienzen und Fehlfunktionen der bestehenden Automation mithilfe eines Soll-Ist-Vergleichs zielsicher identifizieren zu können, führt kein Weg an der Einführung eines engmaschigen Mess- und Zählkonzepts vorbei. So lässt sich dann möglicherweise feststellen, dass Ventilatoren zu lange laufen, Heizung und Lüftung gegeneinander arbeiten oder dass die Beleuchtung zu lange eingeschaltet ist. Auch hier, bei der Auswertung entsprechender Daten – die ohne die richtige Interpretation letztlich nur zusammenhanglose Zahlenreihen bleiben – kann das Zurateziehen von erfahrenen Expertinnen und Experten wertvolle Dienste leisten. Vielleicht stellt sich dann sogar heraus, dass mit den bereits verbauten Sensoren eigentlich längst alle relevanten Daten erfasst werden können – die bisher nur eben nicht zielführend ausgewertet worden sind. Sollten dagegen weitere Messgeräte, etwa für Temperatur oder Luftqualität, notwendig sein, stehen heutzutage bereits leicht zu implementierende Sensoren bereit, die kabel- und häufig sogar batterielos funktionieren.

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