Safe Motion neu gedacht

Maschinen und Anlagen werden zunehmend komplexer, stärker vernetzt und dynamischer – was gleichzeitig höhere Anforderungen an die Absicherung von Bewegungen stellt. Besonders Hersteller von Antriebsreglern und OEMs stehen unter Druck, Sicherheitsfunktionen als integralen Bestandteil ihrer Antriebstechnik bereitzustellen.

Sichere Antriebskonzepte – also Lösungen mit Safe Torque Off, Safe Stop, Safe Position u.a. – müssen nicht nur normkonform (z.B. gemäß ISO13849 oder IEC61508) umgesetzt sein, sondern auch effizient, skalierbar und nahtlos integrierbar bleiben. Die Umsetzung solcher Systeme ist technisch anspruchsvoll: Sie verlangt redundante Architekturen, deterministische Signalverarbeitung und Validierung durch Drittstellen wie den TÜV. Integrierte Safety-Lösungen bieten hier signifikante Vorteile: reduzierter Verdrahtungsaufwand, geringerer Platzbedarf, beschleunigte Inbetriebnahme und vereinfachte Zertifizierungsprozesse.

Dass sich in der Branche derzeit eine starke Bewegung in Richtung integrierter Sicherheitsfunktionen vollzieht, bestätigt auch Neuron-Geschäftsführer Michael Plankensteiner:“Immer weniger Hersteller wollen externe Safety-Module, sondern integrierte Lösungen im Antriebsregler“

Bild: Neuron GmbH

Hardwareplattform für flexible Safety-Integration

Neuron hat mit SafeMotion eine Hardwareplattform entwickelt, mit der sich funktionale Sicherheit in Antriebsregler implementieren lässt. Diese basiert auf zwei Kernlösungen, die beide auf ARM-Prozessorarchitekturen von Texas Instruments (TI) aufsetzen:

Small Controller:

Diese Variante ist für kompakte Safety-Implementierungen konzipiert. Sie basiert auf einer Dual-Core-M4-Architektur und unterstützt gängige Sicherheitsprotokolle wie FSoE, Profisafe, CIP Safety oder CC-Link Safety. Die Lösung ist insbesondere für Anwendungen geeignet, bei denen Safety-Funktionalitäten modular ergänzt oder in kompakter Form realisiert werden sollen.

Performance Controller:

Diese leistungsstärkere Variante nutzt Multicore-Prozessoren der Typen AM263 und AM261 von TI. Je nach Anforderung kann zwischen Dual-Core- und Quad-Core-Konfigurationen gewählt werden. Die Architektur ermöglicht die gleichzeitige Ausführung sicherheitsrelevanter Funktionen auf zwei R5-Kernen sowie nicht-sicherheitsrelevanter Aufgaben auf zusätzlichen A53-Cores (z.B. unter Linux). Dies sorgt für ein hohes Maß an Integration und Flexibilität.

„Je näher der Safety-Controller an den Antriebsregler rückt – ob als externe Box, im Gehäuse oder direkt auf die Platine – desto effizienter und kostengünstiger wird es“, erklärt Plankensteiner. Mit beiden Controllern erhalten Kunden eine bis SIL 3 zertifizierbare Lösung für die Integration im Antriebsregler selbst. Bei Mehrachssystemen mit einer CPU können nun mehrere Safe Motion Achsen mit einer Safety CPU realisiert werden.

Die Neuron-Lösungen erlauben eine vollständige Integration von Standard- und Sicherheitstechnik - bei der Hardware sowie bei der Applikation.
Die Neuron-Lösungen erlauben eine vollständige Integration von Standard- und Sicherheitstechnik – bei der Hardware sowie bei der Applikation.Bild: Neuron GmbH

Modularität als Alleinstellungsmerkmal

Neuron geht bewusst einen anderen Weg als viele Wettbewerber: Die SafeMotion-Hardware ist nicht nur ein vorgefertigtes Modul, sondern ein flexibler Baukasten mit unterschiedlichen Integrationsstufen. Neben vorzertifizierter Firmware liefert Neuron auch vollständige Runtime-Umgebungen sowie Unterstützung bei der Zulassung durch Drittstellen. Kunden können wahlweise ein vollständiges Produkt oder einzelne Komponenten beziehen – inklusive Engineering-Services bis hin zur Serienproduktion.

Ein zentraler Vorteil besteht in der hohen Modularität. „Wir liefern nicht nur Hardware-Layouts. Viel mehr hat der Kunde bei uns die Wahl – von der einzelnen Komponente bis zur fertigen Lösung mit Unterstützung bei der Zertifizierung“, so Plankensteiner.

Zertifizierte Sicherheit und flexible Programmierung

Beide SafeMotion-Controller erfüllen funktionale Sicherheitsanforderungen bis SIL3 (gemäß IEC61508) bzw. PL e (ISO13849). Unterstützt werden u.a. folgend Safety-Funktionen:

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