
Das Forschungsprojekt ‚Akimi‘ (Agentische KI für intuitiv rekonfigurierbare Robotik im Mittelstand) befasst sich mit der Frage, wie sich Robotik für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) so flexibilisieren lässt, dass sie ohne tiefgehendes Expertenwissen intuitiv genutzt werden kann. Im Rahmen des Kick-off-Meetings am 2. Juli am Lehrstuhl für Informations-, Qualitäts- und Sensorsysteme in der Produktion des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen wurden gemeinsam mit dem Institut für Unternehmenskybernetik (IfU) sowie einem breit aufgestellten industriellen Ausschuss die Weichen für eine praxisnahe Entwicklung gestellt.
In der Pressemitteilung zum Kick-off weisen die Beteiligten darauf hin, dass KMU in der Produktion und Logistik zunehmend vor der Herausforderung stehen, auf volatile Märkte, sinkende Losgrößen und den anhaltenden Fachkräftemangel reagieren zu müssen. Automatisierung und klassische Robotersysteme scheitern in diesem Umfeld oft an hohen Programmieraufwänden und starren Systemarchitekturen. Genau hier will das Projektkonsortium ansetzen: Ziel ist die Entwicklung einer hybriden, agentischen KI, die die Einrichtung, Programmierung und Rekonfiguration robotischer Systeme vereinfachen soll.
LLMs und Robotik verbinden
Kern des Projekts ist der Ansatz, KI-Sprachmodelle, sogenannte Large Language Models (LLMs), mit strukturiertem Wissen und bewährten robotischen Basisfunktionen zu verbinden. Im Gegensatz zu rein textbasierten KI-Systemen agiert eine agentische KI proaktiv. Sie kann komplexe menschliche Anweisungen eigenständig in logische Teilschritte zerlegen und die Roboterkinematik zielgerichtet ansteuern. Die Projektpartner betonen, dass dadurch erstmals komplexe Aufgabenstellungen in der Montage und Logistik über intuitive Schnittstellen – wie natürliche Sprache – auch für Mitarbeitende ohne Programmierkenntnisse zugänglich werden. Einen besonderen technologischen Fokus wollen die Partner dabei auf die Wahrung von Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Vertrauenswürdigkeit legen. Weiter wird erklärt, dass KI-Entscheidungen im industriellen Umfeld deterministisch und absolut sicher sein müssen. Zu diesem Zweck gleicht das Akimi-System vorgeschlagene Aktionssequenzen kontinuierlich mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten und vordefinierten Sicherheitsrestriktionen ab.
Sense, Think, Act
Auf Seiten des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen wird das Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Informations-, Qualitäts- und Sensorsysteme in der Produktion (WZL-IQS) unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Schmitt bearbeitet. Das WZL bringt hier seine Expertise in der intelligenten Montageautomatisierung ein und orientiert sich am institutionellen Leitbild ‚Sense – Think – Act‘. Laut Pressemitteilung wollen sich die Aachener Forscherinnen und Forscher primär darauf fokussieren, die Schnittstellen zwischen sensorischer Wahrnehmung (Sense), KI-gestützter Entscheidungsfindung (Think) und der präzisen robotischen Ausführung (Act) nahtlos miteinander zu verknüpfen. Für die entsprechende Praxisnähe sollen die theoretischen Modelle und Software-Architekturen im weiteren Projektverlauf in realitätsnahen Demonstratoren validiert und direkt auf konkrete Anwendungsfälle der industriellen Partner gespiegelt werden.
„Kleine und mittlere Unternehmen benötigen flexible Automatisierungslösungen, die sich ohne tiefe Programmierkenntnisse anpassen lassen. Mit Akimi senken wir die Barrieren für den Robotikeinsatz drastisch“, sagt Robert Schmitt. „Die agentische KI fungiert als intelligenter Assistent, der komplexe Aufgaben in verständliche Handlungsschritte übersetzt.“
Zu den Partnern der Projekts zählen unter anderem:
3WIN Maschinenbau, Athenyx Robotics, Birdwave Automation, Center Smart Assembly, Ecosphere Automation, EK Robotics – a Neura Brand, Gauss Robotics, Kuhre Robotics, Müller und Partner Sachverständige, Mybotshop, Pilz, Still, Teradyne Robotics, Zukunftsallianz Maschinenbau.


















