Der Gastbeitrag von Dale Tutt (Siemens Digital Industries Software) beschreibt, wie Unternehmen 2026 mit einer Digitalisierungsstrategie – zentraler Baustein ist ein umfassender digitaler Zwilling – Komplexität, Kostendruck und steigende Time-to-Market-Anforderungen besser ausbalancieren können. Digitalisierte Entwicklungsprozesse beschleunigen die Produkt- und Produktionsentwicklung, verbessern die Zusammenarbeit über Domänen hinweg, sichern Datenkontinuität und ermöglichen mehr Automatisierung sowie optimierte Konstruktionen. Vernetzte digitale Modelle erhöhen zudem die Reaktionsfähigkeit auf volatile Märkte und schaffen Transparenz und Kooperation in der Lieferkette.
Der Text ordnet die industrielle Digitalisierungsreife in vier Stufen ein: keine Digitalisierung, digitale Einzelanwendungen ohne durchgängigen „digital thread“, Domänenintegration mit digitalen Threads und ersten KI-Agenten sowie das voll digitalisierte Unternehmen, das digitalen Zwilling, industrielle KI und das industrielle Metaversum nutzt. Das industrielle Metaversum wird als nächster Schritt skizziert: eine immersive Umgebung, in der auf Basis präziser Echtzeitdaten entschieden und großskalige Simulationen sowie KI-gesteuerte Workflows möglich werden – inklusive schnellerer Optimierung und Skalierung von Anlagen. Neben Technologie betont Tutt die Bedeutung einer digitalen Denkweise und Change-Unterstützung: Mit wachsender Erfahrung steigt der Nutzen der Digitalisierung von Projekt zu Projekt.
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Weitere Entwicklungsschwerpunkte liegen auf der Anwendung von KI und der Zusammenarbeit mit Hyperscalern. Diese Kooperationen brachten neue Möglichkeiten hervor, die 3D-Visualisierung, Simulation und Fabrikdaten in einer einheitlichen, immersiven Umgebung vereinen. Diese Technologien ermöglichen groß angelegte Simulationen, KI-gesteuerte Arbeitsabläufe und zuverlässige, datengestützte Entscheidungen in jeder Phase der Konstruktion und des Betriebs. Die Simulation und die KI-gestützte Automatisierung werden den Betreibern helfen, ihre Anlagen innerhalb von Monaten statt Jahren zu optimieren und zu skalieren.
Dale Tutt ist Global Vice President of Industries bei Siemens Digital Industries Software. – Bild: Siemens AG
Digitale Denkweise fördern
Investitionen in eine Digitalisierungsstrategie ermöglichen es Unternehmen, zunehmender Komplexität, steigenden Kosten und immer schnellerem Tempo zu begegnen, indem sie Innovation und Resilienz fördern. Der technologische Fortschritt ist jedoch nur ein Teil der Gleichung. Wenn sich Unternehmen durch Digitalisierung auf die Zukunft vorbereiten, ist es entscheidend, dass sie sich darauf konzentrieren, die Akteure des Wandels innerhalb der Organisation zu unterstützen.
Der Wert der Digitalisierung mit der Zeit. Darüber hinaus sammeln sich Prozesskenntnisse an, wenn sich Anwender mit der Implementierung digitaler Systeme vertraut machen. Nachfolgende Projekte können so schneller einen Mehrwert erzielen. Diejenigen Unternehmen, die sich sowohl technologisch als auch kulturell auf die Digitalisierung einlassen, sind am besten für die Zukunft gerüstet.
Autor: Dale Tutt ist Global Vice President of Industries bei Siemens Digital Industries Software.
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