
Ob privat oder gewerblich: Der Bedarf an Kunststoffbehältern, die Produkte sicher aufbewahren und zuverlässig transportieren, ist ungebrochen. Das spürt auch Otto Hofstetter, Hersteller von Spritzgießformen und Presswerkzeugen. „Unsere Produktion im Formen- und Werkzeugbau ist sehr gut ausgelastet“, informiert Roger Winkler, Leiter Weichbearbeitung bei dem Unternehmen im schweizerischen Uznach. „Neben der hohen Nachfrage und einer steigenden Formendifferenzierung müssen wir zudem jahreszeitliche Auftragsschwankungen bewältigen. Deshalb brauchten wir deutlich mehr Flexibilität in der Automatisierung.“ Das Team in der Produktion musste zunehmend mehr Bauteilvarianten handhaben, um das gesamte Produktportfolio abdecken zu können. „Das Ergebnis ist eine umfangreiche Modernisierung, bei der wir bisherige Bearbeitungsmaschinen durch eine moderne Automatisierungsanlage ersetzen konnten“, erzählt Winkler.

Ziel: Flexibilisierung der Produktionsautomatisierung
In Kooperation mit dem Sondermaschinenbauer R. Wick aus Küssnacht entstand eine anwendungsspezifische Robotikzelle für die vollautomatisierte Maschinenbestückung. „Ihr größter Vorteil ist“, so hebt Anlagenbediener Enzo Helbling hervor, „dass wir jetzt mehrere, verschiedene Aufträge nacheinander erstellen, priorisieren und abarbeiten können – bei vollautomatischer Umrüstung, z.B. über Nacht oder mehrere Tage.“ Der stellvertretende Abteilungsleiter Weichbearbeitung bei Otto Hofstetter ist begeistert von der neuen Anlage: „Wenn ein Auftrag abgearbeitet ist, erfolgt nicht – wie früher – ein Stillstand, weil die Maschine fertig ist, sondern die Anlage rüstet automatisch um und geht von allein an den nächsten Auftrag.“

Viele Gründe für das neue Schnellwechselsystem
Zentrale Aufgabenstellung für R. Wick war es, verschiedene Teile in variablen Mengen automatisiert der Maschine zuzuführen und auch wieder zu entnehmen – vollautomatisch und bei geringem Rüstaufwand. „Wir wollten die komplette Automatisierung möglichst aus standardisierten Komponenten zusammenstellen, um Einfachheit zu erreichen“, erläutert Kevin Heinzer, Projektmanager bei R. Wick, die Herangehensweise. Er war maßgeblich mit der Auslegung der Anlage betraut. „Für den Fanuc M 710-ic 70, ein Standard-Mehrzweckroboter mit 70kg Traglast, mussten wir einen geeigneten Wechsler finden. Wir kennen Schunk seit dem Jahr 2000 und sind seither absolut lieferantentreu, weil Produkte und Zusammenarbeit einfach passen. Auf der Automatica 2025 sind wir auf das neue Wechselsystem CPB gestoßen“, berichtet Heinzer, „und das kam uns gerade recht.“ Bisher verbaute Wick ein Vorgängerprodukt von Schunk in seinen Roboterzellen. „Doch das neue CPB hat uns sofort zugesagt. Denn es ist kompakt, ermöglicht eine vielseitige Medienzuführung und ist einfach integrierbar.“ Ebenfalls ein Pluspunkt für die Anlagenbauer ist das geringere Gewicht des CPB-Gehäuses aus Aluminium, das nun mehr Handling-Gewicht ermöglicht.
Verriegelungsmechanismus aus Spanntechnik auf die Robotik übertragen
Ein besonders überzeugendes Merkmal des CPB ist die robuste Verriegelungsmechanik mit Bolzen. Hier hat Schunk seine Technologieexpertise aus zwei Jahrzehnten Erfahrung in der stationären Spanntechnik genutzt und das bewährte System vom Maschinentisch an den Roboter gebracht. „Wir kannten dieses System mit Spannbolzen von der pneumatischen Roboterkupplung Vero-S NSR“, führt Heinzer weiter aus. „Das ist zuverlässige Technik mit einer wirkungsvollen, prozesssicheren Verriegelung selbst bei unerwartetem Druckluftabfall. Das hat uns sehr gut gefallen.“ Der formschlüssige, selbsthaltende Bolzenmechanismus aus vakuumgehärtetem Edelstahl sorgt für hohe Stabilität und eine lange Lebensdauer. Der Spannbolzen ermöglicht ein einfaches Fügeverhalten mit hoher Wiederholgenauigkeit – selbst bei Neigungswinkeln und Mittenversatz ermöglicht er ein schnelles und sicheres Fügen. Auch bei Details haben die Konstrukteure beider Seiten ganz im Sinne der Anwenderzufriedenheit kooperiert: Einige Elektrokontakte wurden kundenseitig mit Federpins realisiert, teils mit Schunk-Komponenten. Ergebnis ist ein kompaktes, geschlossenes System mit externen Mediendurchführungen außerhalb des CPB, angepasst an Wick-Standards.











