Die Schaltschrankfertigung in Vreden ist automatisiert vom ersten Schritt und von Anfang an. Zeitgleich mit Eplan, also 2014/15, wurde eine Perforex-Anlage für die mechanische Bearbeitung angeschafft. Sie ist noch im Einsatz, inzwischen steht mit der Perforex LC aber auch eine Laserbearbeitung zur Verfügung. „Das ist ein deutlicher Fortschritt, angefangen bei der Beschickung der Anlage mit Rollwagen, ohne Spannen. Der Laser findet selbst den Nullpunkt und kann die Schränke fast allseitig bearbeiten – ohne Entgraten, in hoher Qualität“, erklärt Aagten. Bei Bedarf übernimmt Röring auch die mechanische Bearbeitung von Schaltkästen. Und: Fast täglich liefert ein Lkw von Rittal Schaltschränke und -komponenten an. Ebenfalls automatisiert ist das Ablängen von Hutschienen – mit einem Secarex-Zuschnittzentrum von Rittal Automation Systems.
Smarte Montage und Verdrahtung
Die Automatisierung in der Montage ist jüngeren Datums: Seit rund anderthalb Jahren kommt hier Eplan Smart Mounting zum Einsatz. Das bedeutet: Der Werker sieht auf seinem Laptop (mit Touch-Funktion) den jeweils nächsten Montageschritt. Sobald er dessen Ausführung quittiert, wird ihm der nächste angezeigt. Das beschleunigt den Prozess und standardisiert ihn zugleich – aber das ist nur einer von mehreren Vorteilen. „Die Fertigung hat alle Daten zur Hand, die wir in der Planung generieren. Und die Kollegen zum Beispiel in der Auftragsplanung können immer den aktuellen Stand der Montage einsehen. Das bewährt sich in der Praxis“, berichtet Aagten. Diese Vorteile hat man im Unternehmen früh erkannt und gehörte deshalb zu den ersten Nutzern von Eplan Smart Mounting.
Auf eine automatisierte Verdrahtung wird bislang bewusst verzichtet: die Kabel werden von einem Dienstleister konfektioniert. Bei der Verdrahtung hingegen wird zwar keine Automatisierung, aber doch eine Arbeitserleichterung genutzt: „Wir verdrahten seit etwa zwei Jahren mit Eplan eView. Der Mitarbeiter sieht auf dem Laptop den Schaltplan und kann so den nächsten Verdrahtungsschritt planen“, erklärt Aagten.
Die Wertschöpfung verlagert
sich in die Planung
Mit der schrittweisen Nutzung der Eplan Plattform wurde, so der Geschäftsführer, die Fertigung schlanker: „Die Wertschöpfung verlagert sich ins Büro und in die Planung – auch deshalb, weil die Qualität der Pläne entscheidend ist für die effiziente Fertigung. Diesen Weg werden wir weiter gehen.“ Einer der nächsten Schritte wird gerade vorbereitet: Die Kommissionierwagen werden künftig mit einem Scanner ausgerüstet. Dann kann der Mitarbeiter in der Fertigung jedes beliebige Bauteil scannen und auf dem Laptop dessen Platz im Schaltschrank sehen. Das spart nochmals Zeit bei der Montage.
Klug automatisiert
Im Rückblick hat Röring in den vergangenen Jahren wesentliche Schritte der Schaltschrankplanung und -fertigung intensiv digitalisiert (u.a. mit Eplan Pro Panel, Eplan eView und Eplan Smart Mounting) und automatisiert (u.a. Laserbearbeitung mit Rittal Perforex LC). Bei anderen Arbeitsschritten, insbesondere bei der Verdrahtung, setzt man eher auf Werkerunterstützung als auf Automation. Aagten: „Wir prüfen sehr genau, was und wo wir automatisieren, und haben immer auch Arbeitserleichterungen durch Ergonomie und Visualisierung im Blick.“ Das ist offenbar ein gutes Erfolgskonzept, wenn man die Entwicklung von Röring betrachtet.


















