Grundlage für optimierten Betrieb
Die so geschaffene Datentransparenz erfüllt dann letztlich einen doppelten Zweck. Denn mit ihr können nicht nur die Funktionstüchtigkeit und das Potenzial einer bestehenden Automatisierungslösung zwecks Bestimmung des Modernisierungsbedarfs überprüft werden, sondern sie dient auch als Grundlage für einen dauerhaft optimierten Betrieb. Automatisierte Vorgänge lassen sich dann z.B. so programmieren, dass die aktuellen Daten zu Umgebungsbedingungen oder Nutzungsverhalten immer in die Regelung von Beleuchtung, Klimatisierung oder Verschattung miteinbezogen werden. Damit wird bei weiterhin hohem Komfort sichergestellt, dass es auf Basis von bedarfsgerechter Automatisierung auch wirklich nur ein Minimum an Energie für den Betrieb der Gebäudefunktionen braucht. Eine umfangreiche und digital erhobene Datenlage macht es auch leichter, die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes zu erfüllen. Denn dieses sieht eine kontinuierliche Protokollierung und Analyse von Verbräuchen und Emissionen von gebäudetechnischen Systemen mit einer Nennleistung von über 290kW vor.
Vernetzung und Integration
Was sich in der Theorie so einfach liest, ist in der Praxis allerdings häufig mit Hürden verbunden. Denn eine umfassende und granulare Datentransparenz ist auch auf eine ebenso umfassende und vor allem durchgängige digitale Vernetzung sämtlicher Komponenten angewiesen. Und die lässt sich nicht immer so einfach herstellen. Dass die verschiedenen Anlagen in einem Gebäude nicht dieselbe Sprache sprechen, zählt laut TÜV Süd sogar mit zu den Hauptursachen, warum viele automatisierte Systeme in der Praxis nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Denn dann wird es mit dem Datenaustausch schwierig. Einzelne Funktionen wie die Wärmepumpe oder die Klimaanlage koexistieren in so einem Fall als Insellösungen nebeneinander und können nicht von einer zentralen Stelle aus gemanagt werden. Selbst wenn es gelingt, jede Funktion für sich genommen sehr energieeffizient zu betreiben, geht ohne eine übergreifende Sichtweise häufig sehr viel Einsparpotenzial beim Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten verloren. Wichtig ist stattdessen, dass von Anfang an – auch bei der Nachrüstung – auf eine einheitliche, offene und skalierbare IoT-Architektur gesetzt wird, in die sämtliche Funktionen des Gebäudes eingebunden werden können – ein Beispiel dafür ist die EcoStruxure-Architektur von Schneider Electric. Nur dann ist auf Dauer sichergestellt, dass zwischen allen Bestandteilen der Automatisierungslösung eine durchgängige und ungehinderte Datenkommunikation möglich ist. Und nur dann lässt sich in einer Softwarelösung alles optimal (das heißt bedarfsgerecht) aufeinander abstimmen und das Zusammenspiel der verschiedenen Anwendungen kann zielsetzungsgerecht auf die Gegebenheiten des Gebäudebetriebs zugeschnitten werden. Und wenn alles an einem Punkt zusammenläuft, lassen sich auch Zusammenhänge und Abläufe besser verstehen sowie Schwachstellen effektiver aufdecken und beheben.
Fazit
Wer es also richtig anstellt, kann mit einer digitalisierten Gebäudeautomation enormes Einsparpotenzial für seine Immobilie nutzen. Und zwar sowohl ökologisch als auch ökonomisch. Gerade für das Thema Energieeffizienz – und damit für das Gelingen von Energiewende und Klimaschutz – nimmt die Gebäudeautomation inzwischen eine Schlüsselrolle ein. Wie der Fachverband Automation + Management für Haus + Gebäude im VDMA schätzt, ist es im Fall von Gewerbe- und Industriegebäuden mithilfe von Gebäudeautomation sogar möglich, im Durchschnitt über 40 Prozent thermische und bis zu 25 Prozent elektrische Energie einzusparen. Und natürlich auch die damit verbundenen Betriebskosten. Vor allem dann, wenn digitale Technologien – die oft minimalinvasiv nachrüstbar sind – in Verbindung mit der Gebäudeautomation zum Einsatz kommen, lässt sich das noch große Potenzial in diesem Bereich effektiv und schnell nutzen.

















