Zweitens sind die Trainingsprogramme schnell und günstig skalierbar. Ein einmal entwickeltes Trainingsszenario kann standortübergreifend ausgerollt und kontinuierlich aktualisiert werden. Das ist besonders relevant für globale Serviceorganisationen oder Hersteller mit international verteilten Produktionsstandorten.
Drittens unterstützt der digitale Ansatz die Standardisierung. Lerninhalte, Prüfpunkte und Prozessschritte werden konsistent vermittelt und dokumentiert. In vielen Fällen ist per Standardschnittstelle ebenfalls eine Integration in Learning Management Systeme (LMS) möglich. Das verbessert Qualität und Nachvollziehbarkeit, insbesondere in regulierten oder sicherheitskritischen Umgebungen.
Nahtlose Datenkette: Praxisbeispiel GE Aerospace
Wie dieser Ansatz in der Praxis aussieht, zeigte etwa GE Aerospace. Der US-amerikanische Hersteller von Flugzeugtriebwerken nutzt den digitalen Zwilling eines Flugzeugtriebwerks als Grundlage für ein immersives Trainingskonzept. Die in Siemens Teamcenter vorliegenden Engineering- und PLM-Daten wurden in interaktive Schulungsinhalte auf Basis von TeamViewer Frontline Upskill überführt. An diesem digitalen Modell konnten die Techniker trainieren.
Nach Angaben von GE Aerospace reduzierte sich die Trainingsdauer um 20 bis 40 Prozent, gleichzeitig verbesserte sich die Trainingsqualität. Das Unternehmen betrachtet den Ansatz inzwischen als Blaupause für weitere Trainingsprogramme. Das Beispiel verdeutlicht zugleich die Bedeutung einer durchgängigen Datenkette ohne Medienbrüche. Durch die Integration von PLM-System und immersiver Trainingsanwendung werden für Qualifizierung, Wartung und Service immer die aktuellen Engineering-Daten genutzt.
Training wird Teil digitaler Arbeitsprozesse
Die Entwicklung endet jedoch nicht beim Training. Die gleichen digitalen Modelle und Workflows können künftig auch Produktion, Wartung, Reparatur und Qualitätssicherung unterstützen. Die Kombination aus digitalen Zwillingen, strukturierten Workflows und künstlicher Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, um Anleitungen automatisch zu erstellen, Prozesse kontextbezogen zu unterstützen oder Fehler frühzeitig zu erkennen. Der digitale Zwilling wird somit zu einer Wissensplattform, die Engineering, Qualifizierung und operative Ausführung miteinander verbindet. Genau darin liegt sein Potenzial als digitaler Trainer der nächsten Generation.


















