Workshop für einen gelungenen Start in die Digitalisierung

Vom Shopfloor zum Top-Floor

Bisweilen hängt die Digitalisierung wie ein diffuser Nebel über der Branche. Produzierende Unternehmen sollen sie nutzen, um große Mehrwerte zu generieren. Doch an welcher Stelle starten? Welche Fallstricke gilt es zu beachten? Wie kommen auch KMU ohne enormen Aufwand zum Ziel? Diesen Fragen widmet sich ein gemeinsamer Workshop von SQL Projekt und Sys Tec Electronic auf dem Automatisierungstreff 2022. Er soll die Teilnehmer bereit machen für ihren individuellen Start in die Digitalisierung.
Bild: SQL Projekt AG

Dr. Stefan Hennig, Geschäftsbereichsleiter beim IT-Anbieter SQL Projekt, hat eine Mission: „Die produzierende Industrie muss besser verstehen, dass industrielle Digitalisierung viel mehr als nur Technik ist.“ Die Grundlage seien vielmehr die passenden Geschäftsprozesse. „In diesem Sinne braucht Digitalisierung vor allem die richtige Methodik und eine Strategie, die sich durchgängig durch das ganze Unternehmen zieht.“ Seit 25 Jahren widmet sich SQL Projekt mit seinen Softwarelösungen der Anbindung von Produktionsanlagen an die Unternehmensebene.

Doch weil es es in der europäischen Industrielandschaft hauptsächlich darum geht, gewachsene Strukturen und Bestandsanlagen digital anzubinden, lässt sich allein mit Software auch nicht viel erreichen. Schließlich müssen Daten an der Maschine erfasst, und in höheren Ebenen bereitgestellt werden – und dazu benötigt man moderne Hardware. An dieser Stelle kommt der langjährige Partner Sys Tec ins Spiel. „Als Elektronikdienstleister sind wir in der industriellen Steuerungs- und Kommunikationstechnik zuhause und bieten mit der Marke SysWorxx auch ein eigenes Automatisierungsportfolio für diesen Bereich“, betont der Vorstandsvorsitzende Ronald Sieber. Es sei exakt darauf abgestimmt, Maschinen und Anlagen fit für Industrie 4.0 zu machen.

Bild: SQL Projekt AG

Partnerschaftliche Projekte

Die Praxis konfrontiert beide Firmen mit sehr heterogenen Fertigungsstrukturen, unterschiedlichen technologischen Niveaus und betagten Maschinen. „Wir stoßen selten auf moderne Anlagen, die bereits durchgängig OPC UA sprechen“, erklärt Hennig. Vielmehr gehe es bisweilen um Maschinen, an denen außer dem Elektromotor ausschließlich mechanische Teile verbaut sind. „Unsere vielschichtige Erfahrung können wir für den Workshop ausgezeichnet nutzen.“ Denn auch dort sollen ganz individuelle Voraussetzungen bzw. Problemstellungen aufeinander treffen. „Letztlich werden wir auf dem Automatisierungstreff zeigen, dass sich jede Fertigung durchgängig digitalisieren lässt – sei die Vielfalt der Bestandsanlagen auch noch so heterogen“, verspricht Sieber. Ein zentraler Aspekt sei, dass SQL Projekt und Sys Tec gemeinsam die komplette Wertschöpfungskette abdecken. „Wir ergänzen uns sehr gut: Unsere SysWorxx-Lösungen erfassen die physikalische Umwelt an der Maschine. Und daraufhin leitet der Anwender mit der Low-Code-Integrationsplattform Transconnect entsprechende Maßnahmen ab, um Geschäftsprozesse zu verbessern oder die Produktivität zu erhöhen.“

Hennig lenkt die Aufmerksamkeit auf einen zweiten zentralen Aspekt: „Eine große Hürde für die Digitalisierung in der Fabrik ist der Irrglaube, man bräuchte einen riesengroßen Technologiebaukasten.“ Das sei mitnichten so. Ganz im Gegenteil: Sind die Ambitionen anfangs zu hoch, wird das Projekt meist zu komplex und kaum beherrschbar. Zudem kann auch mehr schief gehen. „Der bessere Rat lautet: Klein anfangen! Aber dafür mit einem konkreten Ziel für Mehrwert.“ Dabei müsse man ganz individuelle Antworten finden, welches der größte Hebel ist oder wo der beste Startpunkt liegt.

 Mit den Edge-Devices aus dem SysWorxx-Portfolio lassen sich Maschinendaten unkompliziert in höhere Ebenen bringen.
Mit den Edge-Devices aus dem SysWorxx-Portfolio lassen sich Maschinendaten unkompliziert in höhere Ebenen bringen.Bild: Sys Tec Electronic AG

Für Entscheider und Techniker

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Produktionsleiter und das technische Management – hier sollte die Digitalisierung schließlich strategisch verankert sein. Aber auch die Experten aus der Fertigung – die letztlich für die technische Umsetzung direkt an der Maschine verantwortlich sind – werden angesprochen. „Wir wünschen uns einen bunten Mix an verschiedenen Positionen und Rollen unter den Teilnehmern“, unterstreicht Hennig. Denn schließlich gehe es bei Digitalisierungsprojekten stets darum, alle beteiligten Seiten gemeinsam an einen Tisch zu bringen. Zusammen soll dann der passende Dreiklang aus Unternehmensstrategie, Markt und der vorhandenen System- bzw. Prozesslandschaft untersucht werden. „Wenn das im Workshop gut gelingt, können die Teilnehmer direkt nachvollziehen, was später im eigenen Unternehmen auf sie zukommt – und welche Rollenverteilung nötig ist“, führt Bereichsleiter Hennig weiter aus.

Ganz wichtig sei auch, „dass die Teilnehmer schon im Workshop merken, dass sich Maßnahmen schnell und unkompliziert initiieren lassen“, wiederholt Sieber ein zentrales Credo des Workshops. „Digitalisierung ist keine Rocket Science!“ Der Erfolg sei auch nicht zwingend von einer großen IT-Mannschaft abhängig. Stattdessen könne er auch von erfahrenen Technikern eingeleitet werden.

Methodik und Coaching

Eine effiziente Herangehensweise bietet die Methodik des Agile Integration Framework, die im Workshop vorgestellt wird. „Die Zielsetzung des Workshops geht aber über die gemeinsame Positionsbestimmung deutlich hinaus“, versichert Hennig. Im Rahmen der Hands-on-Veranstaltung werden auch echte Use Cases mit der Kombination aus Transconnect-Plattform und SysWorxx-Edge-Devices umgesetzt. Abschließend erhält jeder Teilnehmer drei konkrete, individuell passende Maßnahmen mit auf den Weg, die er anschließend unmittelbar umsetzen kann. Damit jeder Fall spezifisch beleuchtet werden kann, wird der Workshop von einem Team aus vier Coaches moderiert. Bei einer maximalen Teilnehmerzahl von 15 Personen pro Tag erlaubt das eine sehr persönliche Atmosphäre, die viel Raum für individuelle Gespräche lässt.

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