
Im Ausbildungsreport der DGB-Jugend bewertet die Mehrheit der befragten Auszubildenden ihre Ausbildung positiv: Demnach sind 65,7% von ihnen mit ihrer Ausbildung ‚zufrieden‘ oder ’sehr zufrieden‘; mit betrieblicher Interessenvertretung liegt der Anteil bei 75,7%. Zugleich berichtet die Hälfte der Auszubildenden von psychischen Belastungen, etwa durch Leistungsdruck, hohe Verantwortung oder Personalmangel. Zudem fehle es vielfach an Ansprechpersonen in den Betrieben und Berufsschulen.
Die Studienautoren betonen, dass für viele junge Menschen schon der Weg in eine Ausbildung mit Hürden verbunden ist. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack verweist auf die angespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt: „Die duale Berufsausbildung ist und bleibt ein Erfolgsmodell. Umso wichtiger ist, dass alle jungen Menschen eine echte Chance auf einen Ausbildungsplatz bekommen. Doch weiterhin haben 2,76 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss. Und nicht einmal mehr 19% der Betriebe bilden aus – mit spürbaren Folgen für zu viele Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden. Arbeitgeber müssen endlich stärker in die Verantwortung – wer über Fachkräftemangel klagt, muss auch ausbilden.“ Hannack fordert eine umlagefinanzierte Ausbildungsplatzgarantie, die Ausbildungskosten solidarisch verteilt, ausbildende Betriebe stärkt und alle Betriebe in die Verantwortung nimmt. „Das Bauhauptgewerbe sowie die Länder Bremen und Berlin zeigen, dass dieser Weg möglich ist – jetzt braucht es ihn bundesweit“, so Hannack.
Unterschiede zwischen den Ausbildungsberufen
Besonders zufrieden sind laut DGB-Studie Verwaltungsfachangestellte (81,8%). Auch Mechatronikerinnen, Industriemechaniker und Industriekaufleute bewerten ihre Ausbildung vergleichsweise gut. Deutlich kritischer fallen die Bewertungen bei Hotelfachleuten aus: Hier sind 53,65% „zufrieden“. Auch bei Friseurinnen und Friseuren, Zahnmedizinischen Fachangestellten und Köchinnen sowie Köchen zeigen sich niedrigere Zufriedenheitswerte.
Die Studienautoren betonen, dass Mitbestimmung ein wichtiger Schutzfaktor im Ausbildungsalltag ist: Wo Auszubildende auf eine Jugend- und Auszubildendenvertretung, einen Betriebs- oder Personalrat zählen können, werden Probleme eher angesprochen, Rechte besser durchgesetzt und Ausbildungsbedingungen verbessert. Jugend- und Auszubildendenvertretungen tragen laut DGB dazu bei, dass Ausbildungspläne eingehalten werden und Probleme nicht unter den Tisch fallen.
Mehr Verlässlichkeit gefordert
Dem Gewerkschaftsbund zufolge braucht es auch bei der Übernahme mehr Verlässlichkeit. Laut Studie weiß mehr als ein Drittel der Auszubildenden (37,1%) im letzten Ausbildungsjahr kurz vor dem Abschluss immer noch nicht, ob der Betrieb sie übernimmt. Wie die Studienverantwortlichen mitteilen, hänge es dabei stark von Branche und Betrieb ab, ob junge Menschen eine Chance auf Übernahme haben und sei somit oft Zufall.
Regelmäßige Überstunden
Mehr als ein Drittel der Auszubildenden berichtet zudem davon, regelmäßig Überstunden zu leisten (35,4%). 16,3% müssen ‚immer‘ oder ‚häufig‘ Tätigkeiten erledigen, die nicht Bestandteil ihrer Ausbildung sind und nicht dem Lernerfolg dienen.

















