Tobias Pütz, seit zwölf Jahren als Key-User in der CAM-Programmierung bei SMS tätig und begleitet das Digitalisierungsprojekt. Im Vordergrund steht für ihn dabei, Missverständnisse in der Kommunikation zwischen den Abteilungen zu eliminieren: „Bisher war die Aggregation und Pflege der Daten fokussiert auf die Programmierung. Mit dieser Vorgabe haben wir viel erreicht. Denn die vollständige Datendurchgängigkeit zwischen Programmierung, Fertigungsplanung bis hin zur Maschinensteuerung gehört nun zum Tagesgeschäft. Einige Informationen dazu sind nun an vielen Stellen abrufbar. Aber wir müssen die nächsten Schritte machen“, betont der Key-User und sagt: „Immerhin, durch die Digitalisierung können die Mitarbeiter jetzt auf Basis von 3D-Modellen faktenbasiert Entscheidungen treffen. Das ist gerade für jüngere Mitarbeiter wichtig, die mit den umfangreichen DIN-A0-Zeichnungen gelegentlich Schwierigkeiten haben.“ Die Fehleranfälligkeit wird so deutlich reduziert.

An der Maschinen programmieren

Nicht nur Tobias Pütz und seine Kollegen in der Arbeitsvorbereitung programmieren, sondern auch die Bediener an den Maschinen. „Natürlich handelt es sich dabei nicht um Teile mit 150 verschiedenen Werkzeugen. Diese werden nach wie vor im Vorfeld mit ProCAM VM programmiert und durch Simulationen sichergestellt, dass es zu keinen Kollisionen kommt. Aber einfach zu bearbeitende Teile können direkt an der Maschine programmiert werden, zumal wir sehr schnell auf Kundenwünsche reagieren müssen. Diese Art von Autonomie reduziert die Vorlaufzeiten. Die Bereitstellung der dafür notwendigen Daten erfolgt über die InfoPoint-Terminals“, sagt Pütz. Filipe Ferreira ergänzt: „Ganz gleich, wer programmiert hat, wir können stets genau nachvollziehen, mit welchen Werkzeugen, Spannmitteln und sonstigen Betriebsmitteln ein Arbeitsgang durchgeführt wurde.“

Service mit kurzen Wegen

Im Servicegeschäft von SMS Group wird eine Auslastungsstrategie von sechs bis acht Wochen verfolgt, wobei ein Nutzungsgrad von 80 Prozent sichergestellt werden muss. Die restlichen 20 Prozent der Kapazität werden bewusst für ungeplante Auftragseingänge freigehalten, unterstützt durch flexible Arbeitsschichtmodelle. Die durchschnittliche Auftragsbearbeitungszeit im Service beträgt drei Wochen, wobei es auch Aufträge gibt, bei denen Teile an einem Tag angeliefert werden und der Kunde im Taxi wartet, bis es wieder repariert ist. Geschwindigkeit ist also das, was zählt. Daher werden alle Standardwerkzeuge ganz bewusst doppelt vorgehalten. Ist das Ende der Laufzeit eines Werkzeugs erreicht, wird es automatisiert durch ein Schwesterwerkzeug ausgewechselt. Nach Einführung der Coscom-Anwendungen sind die Neben- und Ausfallzeiten bereits nach sechs Monaten deutlich zurückgegangen. „Das konnte nur erreicht werden, indem das jeweilige Werkzeugkomplettsystem vollständig digital in ToolDirector VM abgebildet ist und bedienerfreundlich über die Lagerverwaltung zu finden ist“, betont Filipe Ferreira.

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