
In Deutschland gibt es rund 2.300 kleine und mittelständische Unternehmen, deren Kerngeschäft in der Zerspanung liegt. Werden artverwandte Betriebe der Metallbearbeitung hinzugerechnet, lässt sich von etwa 5.000 überwiegend Mittelständlern ausgehen. In der Schweiz, für die es dazu keine offizielle Statistik gibt, sind es wohl 1.900, in Österreich bis zu 1.200 Betriebe. So verschieden diese auch sein mögen, die maßgeblichen Entwicklungen sind oft gleich: Automation, Digitalisierung, Ressourceneffizienz. Dabei liegt der Fokus in der Automatisierung auf intelligenten, flexiblen sowie schrittweise skalierbaren Lösungen.
Komplettbearbeitung
fragiler Werkstücke
Wie kann nun ein solches Automationsprojekt konkret aussehen? Das Beispiel Wyler, Hersteller von Messtechnik mit Sitz in Winterthur, darf hier als repräsentativ gelten. Wo heute die Automatisierungstechnologien von Spinner Automation und Gressel zusammenspielen, wurde ursprünglich die Anforderung ausgegeben, auf einem Spinner-5-Achs-Bearbeitungszentrum circa 150x100mm große Gehäuse für digitale Neigungsmesser komplett zu fertigen und dabei Genauigkeiten im Hundertstelbereich einzuhalten. Weil die Aluminiumgehäuse besonders druckempfindlich sind, mussten zudem die Spannkräfte gering gehalten werden. „Umgesetzt wurde die Werkstückautomation mit einer RoboboXtreme, zu deren Ausführung das R-C2-Sytem von Gressel gehört“, berichtet Dominik Jauch, Geschäftsführer von Spinner Automation. „Nach der Vorabnahme der Anlage in Markgröningen wurde diese inzwischen in Betrieb genommen und dient heute auch als Referenzobjekt.“
Was macht die Systeme nun im Detail aus? Dass zwischen Spinner Automation und Gressel seit fünf Jahren eine Partnerschaft zur Integration der Werkstückautomation R-C2 besteht, hat seinen Ausgangspunkt in der klaren Tendenz beim Anwender zur Komplettbearbeitung. Ebenso klar sind die Vorteile, die sich für den Anwender aus dieser Zusammenarbeit ergeben: die automatisierte Komplettlösung aus einer Hand.
Ausgereiftes Konzept für kundenspezifische Lösungen
„Basis der Integrationen ist unsere Robobox, die als Konzept robotergestützter Automationszellen in unterschiedlichen Ausbaustufen verfügbar ist – vom einfachen Handling der Roh- und Fertigteile bis hin zur 6-Seiten-Komplettbearbeitung“, erläutert Jauch. In der Standardversion arbeitet die Robobox mit einem Fanuc-Roboter, der die Teile mit einem parallelen Doppel- bzw. zentrischen Einfach- oder Doppelgreifer und einer Tragfähigkeit von 12kg aus einem Schubladensystem lädt. „Von den fünf Einschüben bieten drei üblicherweise eine Höhe von 150mm, die anderen beiden sind 250mm sind hoch“, schildert Jauch weiter. „Außerdem stehen zur Vereinzelung der Werkstücke drei Rastergitter mit unterschiedlichen Aufteilungen zur Verfügung. Insgesamt fasst die Robobox so bis zu 225 Teile.“
Durch die in zwei Richtungen ausziehbaren Schubladen ist auch während der Bearbeitung ein Nachladen von Rohteilen ohne Unterbrechung möglich. „Dies gestattet eine 24/7-Produktion mit kurzen Rüst- und Stillstandzeiten. Für größere Bauteile stehen Rastergitter für 24 Teile bis 100x100mm und für zwölf Teile bis 150x150mm zur Verfügung. Die Auftragsverwaltung erfolgt über das grafische Eingabemenü am Display der Robobox, das auch die Parametrisierung der Maschine erlaubt und Auskunft über den aktuellen Jobstatus gibt“, betont der Geschäftsführer.
Neue Dimension der
Werkstückautomation













