Fraport hat die Visualisierung und Bedienung der hochkomplexen Gepäckförderanlage am Flughafen Frankfurt vollständig modernisiert, um Verfügbarkeit und Zukunftsfähigkeit zu sichern. Die Anlage ist aktuell rund 81 Kilometer lang (mit Terminal 3 künftig ca. 100 km) und umfasst bis zu 26.500 Antriebe; an Spitzentagen werden über 120.000 Gepäckstücke vollautomatisch sortiert.
Zuvor arbeitete das Baggage Control Center mit drei getrennten Softwarelösungen und einer veralteten analogen Mosaiktafel – das verursachte hohen Bedien- und Wartungsaufwand, geringe Flexibilität und erschwerte Erweiterungen. Mit der neuen zentralen Plattform Zenon (COPA-DATA) wurden alle Teilbereiche in einer Lösung zusammengeführt: umgesetzt in 61 Unterprojekten mit über 1,37 Millionen Tags und Anbindung von rund 680 SPSen. Spezielle Anforderungen wurden per Add-ins und C#-API ergänzt.
Die Umstellung erfolgte ohne Unterbrechung im laufenden Betrieb über ein intensiv getestetes Parallelsystem; heute läuft die Visualisierung auf einer Videowand sowie 16 Operator-Arbeitsplätzen. Ergebnis: bessere Übersicht und Überwachung, schnellere Störfallreaktion, interne Anpassungen ohne externe Dienstleister, einfachere Integration neuer Terminalbereiche und eine skalierbare Basis für zusätzliche Funktionen bis hin zu Predictive Maintenance. Zenon dient damit nicht nur als HMI, sondern als digitales Rückgrat der Gepäckanlage – künftig auch für Terminal 3.
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Mehr Kontrolle, weniger aufwändig, effizienter
Durch den Umstieg auf Zenon konnte Fraport nicht nur die gesamte GFA zentralisieren, sondern auch die betriebliche Effizienz erheblich steigern. Anpassungen an Visualisierungen oder Anlagenstrukturen sind nun intern durchführbar – unabhängig von Dienstleistern. Dies spart Kosten, beschleunigt Projektzyklen und reduziert Reaktionszeiten im Störfall. Auch die Integration neuer Terminalbereiche kann unkompliziert erfolgen.
Ein wesentlicher Vorteil: Zenon ermöglicht durch die übersichtliche Darstellung aller Zustände und Prozesse eine deutlich verbesserte Betriebsüberwachung. Fehlerquellen lassen sich frühzeitig erkennen und schnell beheben. „Das Projekt hat zu einer deutlichen Modernisierung und Vereinfachung der Systemlandschaft geführt. Durch die Einführung von Zenon konnte die vorher bestehende Fragmentierung mehrerer Einzelsysteme aufgelöst und durch eine zentrale, integrierte Lösung ersetzt werden“, sagt Spitzbart. „Die Plattform ist zudem beliebig erweiterbar – auch zukünftige Funktionalitäten lassen sich nahtlos einbinden“, ergänzt Fuchs.
Mehr als geplant erreicht
Ursprünglich als reine Visualisierung gedacht, übernimmt Zenon heute zusätzliche Aufgaben: Steuerung von Weichen, Ansteuerung von Lesestellen und Kontrolle zusätzlicher Komponenten. Auch Predictive-Maintenance-Konzepte lassen sich künftig integrieren. Die Plattform ist damit weit mehr als eine HMI. Es bildet das digitale Rückgrat der GFA-Überwachung und wird nach der Fertigstellung des Terminals 3 auch dieses visualisieren
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