
Die Zukunft der Elektromobilität hängt ohne Zweifel vom Ausbau der Reichweiten und Ladeinfrastrukturen ab. Wie aber wäre es, wenn jeder Fahrzeugnutzer selbst für sicheres und flexibles Laden sorgen könnte? Ganz gleich an welchem Ort und zu welcher Zeit, inklusive intelligenten Überwachungs- und Abrechnungsfunktionen? Dieser Idee hat sich das Schweizer Unternehmen Juice verschrieben: Ihre Lösungen im Bereich Ladestecker können den klassischen Hausanschluss (Wallbox) leistungsmäßig ersetzen und sorgen je nach vorhandenen Möglichkeiten für einen abgesicherten, effizienten und regelbaren Ladevorgang mit bis zu 22kW.
Innovative Ladestecker
Die Technologie dahinter stammt zu großen Teilen vom 2016 gegründeten Unternehmen BGF EnzTech aus Pforzheim. „Als wir die Firma gegründet haben wurden wir noch belächelt, so gut wie niemand hat uns ernstgenommen“, sagt Julian Bucher, der 2023 die Geschäftsführung des Familienunternehmens übernommen hat. „Inzwischen sind wir mit unseren Produkten im Bereich Stromführung und Temperaturüberwachung sehr erfolgreich, auch über Elektroautos hinaus.“ Nach etwa zwei Jahren Entwicklungszeit von 2016 bis 2018 hat das Unternehmen mittlerweile eine komplette Produktion für Juice aufgebaut, so dass man die gesamte Wertschöpfungskette für die Ladestecker mit integrierter Temperaturüberwachung von der Idee bis zur Fertigung abdecken kann.
Hohe Qualitätsansprüche
beim Stanzen für Ladestecker
Im Bereich der Temperaturüberwachung für die Ladestecker von Juice bietet BGF EnzTech inzwischen zwölf Produktvarianten seines T2X (Temperature-to-X) für verschiedene Länder und Stromsysteme an. Die Temperaturüberwachung sorgt für einen sicheren und optimierten Ladevorgang bei Elektroautos: Wird der Ladestecker zu heiß, regelt die Elektronik in mehreren Schritten den Ladestrom herunter und schaltet notfalls ganz ab. BGF EnzTech ist nur eines von drei Unternehmen in Deutschland, die die Norm 817 der unabhängigen US-Organisation Underwriters Laboratories (UL) erfüllen. Im Zuge dessen wurde innerhalb von nur sechs Monaten eine eigene Stanzlinie eingerichtet (neben inzwischen vier Spritzgießlinien), die von Anfang an mit Messtechnik von Kistler ausgestattet wurde.
Die optischen, induktiven und piezoelektrischen Sensoren von Kistler können direkt in Stanzwerkzeuge integriert werden, um frühzeitig Fehlfunktionen zu erkennen und dadurch ein hohe Qualität und Sicherheit zu erreichen. Anwender profitieren dabei von hoher Schaltfrequenz und Verschmutzungsunempfindlichkeit der Sensoren sowie von einer hohen Genauigkeit und Wiederholbarkeit der Messungen. Mit Hilfe von Lichtschranken, analogen und digitalen induktiven Schaltern sowie weiteren Sensoren können Fehler im Stanzprozess frühzeitig erkannt, Werkzeugbruch und teure Folgeschäden und -kosten vermieden werden. In der Stanzmaschine sorgen spezielle Lichtschranken und analoge Induktivsensoren (z.B. PMI-10-10/P/AS10-U-4, PXI-5-5/3-P und ISS-20-30-1-A) dafür, dass das Band prozesssicher verarbeitet und das Werkzeug nicht beschädigt wird. Zu den realisierten Funktionen gehören Doppelblech- und Vorschubkontrolle sowie die Bandschmierung über ein Beölungssystem. Alle Sensorfunktionen lassen sich über die integrierte Prozessüberwachung mit 24 digitalen und zwölf analogen Kanälen komfortabel überwachen und sind bei Bedarf modular über die Software erweiterbar.
Prozesssicheres Stanzen
plus optische Teileprüfung


















