Papierlose SOPs werden Mainstream

Die Digitalisierungsbemühungen der Industrie machen große Fortschritte. 88 Prozent der Befragten ziehen eine positive Bilanz ihrer bisherigen Initiativen. Diese beschleunigen Prozesse und Workflows (53 Prozent), sparen Kosten durch effizientere Tools (48 Prozent) und steigern ihre Produktivität (46 Prozent). Auch in der Produktion wird immer häufiger papierlos gearbeitet. „Den Einstieg finden hier die meisten Unternehmen über die Digitalisierung von SOPs“, so Hunfeld. Da es sich dabei oft um Tausende handelt, stehen die Verantwortlichen dabei vor einer gewaltigen Aufgabe, bei der sich KI-Assistenten in zweierlei Hinsicht als hilfreich erweisen. Zum einen digitalisieren sie vorhandene SOPs, Bilder oder Dokumente in kürzester Zeit. Zum anderen wandeln sie diese automatisch in interaktive Arbeitsanweisungen, Anleitungen zur Fehlerbehebung und Schulungs-Tutorials um.

Autonome Wartung gelingt in kleinen Schritten

Von dieser Digitalisierung profitiert auch die Instandhaltung. Das tut Not, denn zwei von drei Unternehmen räumen ein, sie hätten mindestens einmal im Monat einen ungeplanten Stillstand in der Produktion. Den Betroffenen entstehen daraus Kosten in Höhe von 147.000 Euro pro Stunde – so die Studie „Value of Reliability“ von ABB. Um die Verfügbarkeit ihres Anlagenparks zu steigern, übergeben immer mehr Betriebe laufende Inspektions- und Wartungsaufgaben darum an die eigenen Maschinen- und Anlagenführer. Schließlich kennen diese „ihr“ Equipment aus dem Effeff. Um sie mit der Autonomous Maintenance anfangs nicht zu überfordern, bietet sich an, die Arbeitsschritte mit Hilfe von digitalen Checklisten anzuleiten und einzuüben. So lässt sich die Zusatzkompetenz Wartung nach und nach aufbauen.

KI richtet Sicherheit und Gesundheitsschutz am Menschen aus

Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2023 zeigt: Jeder Dollar, den Hersteller in den Arbeitsschutz investieren, erzielt einen ROI von 1,24 Dollar. Bemerkenswert ist, dass sich dieser Wertzuwachs nicht allein aus der Reduzierung von Arbeitsausfällen ergibt. Die teilnehmenden Unternehmen sehen die positiven Effekte auf Corporate Image und Mitarbeiterbindung als ebenso bedeutsam an wie die finanziellen Vorteile. Gleichzeitig warnen Experten, dass Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen und Gesundheitsgefahren im Job oft nicht den vollen Nutzen entfalten, wenn sie per „Gießkannen-Prinzip“ ausgeschüttet werden. Dr. Martin Schütte, Wissenschaftlicher Leiter des Fachbereichs „Arbeit und Gesundheit“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, bringt es in einem Artikel vom Juli 2024 auf den Punkt: „Bei der Person ansetzende Maßnahmen wie Qualifizierung oder Fort- und Weiterbildungen sind oftmals die Voraussetzung dafür, dass die Beschäftigten den Arbeitsanforderungen überhaupt entsprechen und die Aufgabe in der erforderlichen Güte durchführen können.“ Kurz gesagt: Personalisierte Schulung ist der beste Arbeitsschutz – und das erleichtert künftig KI. Auf Basis eines Skillmanagements ist sie in der Lage, individuelle Bedarfe zu erkennen und entsprechende Anleitungen per App an jeden und jede Einzelne auszuspielen.

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