So beeinflussen aktuelle Entwicklungen Produktion und Wartung

Von KI-gestützten Trainings direkt am Arbeitsplatz bis hin zur autonomen Instandhaltung - die Arbeit in der Produktion verändert sich.
Von KI-gestützten Trainings direkt am Arbeitsplatz bis hin zur autonomen Instandhaltung – die Arbeit in der Produktion verändert sich.Bild: ©pressmaster/stock.adobe.com

Die Digitalisierung, der Fachkräftemangel und der steigende Wettbewerbsdruck zwingen Unternehmen, ihre Strategien neu zu überdenken. Denn diese Entwicklungen stellen Produktionsleiter und Digitalisierungsmanager vor erhebliche Herausforderungen. Gleichzeitig ergeben sich daraus auch vielversprechende Chancen. Von KI-gestützten Trainings direkt am Arbeitsplatz bis hin zur autonomen Instandhaltung – aktuell zeichnen sich für die Arbeit in Produktion und Wartung folgende Trends ab:

Training wandert an den Arbeitsplatz

Zwei von drei Unternehmen wollen mit ihrer Weiterbildungsstrategie vor allem eines erreichen: den Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Aber auch die Erfüllung gesetzlicher Normen und die Mitarbeiterbindung sind mehr als 50 Prozent von ihnen wichtig, so die TÜV Weiterbildungsstudie 2024. Gut die Hälfte der befragten Organisationen (56 Prozent) bevorzugen dabei kombinierte Präsenz- und Online-Trainings.

Noch, möchte man hinzufügen. Denn der starke internationale Wettbewerb zwingt Betriebe, Arbeitskräfte im Hochlohnland Deutschland so produktiv wie nur möglich einzusetzen. Hier kommen Connected-Worker-Plattformen ins Spiel: Sie liefern personalisierte Anweisungen, die das Personal direkt am Arbeitsplatz anleiten und weiterbilden. Die Inhalte für dieses Training on the Job stammen u.a. aus Handbüchern, Standard Operating Procedures (SOPs) oder bereits vorhandenem Schulungsmaterial.

Digitale Assistenten steigen zu Ratgebern auf

Auch die rasche Beantwortung von Nachfragen spielt eine zunehmend wichtigere Rolle. Bereits jetzt nutzen 35 Prozent der Unternehmen dazu Chatbots. Vor zwei Jahren waren es erst 25 Prozent. Das berichtet eine Bitkom-Studie aus dem September 2024. In der Fertigung werden sich die Einsatzmöglichkeiten dieser Dialogtools deutlich erweitern, Experten erwarten eine viel engere Verzahnung von Mensch und Maschine. Intelligente, KI-basierte Assistenten bieten dann nicht nur Unterstützung bei Fragen, sondern zeigen proaktiv Optimierungspotenziale auf und geben Handlungsempfehlungen. Erste Co-Piloten dieser Art, speziell für Industriearbeitskräfte, sind in Connected-Worker-Lösungen bereits im Einsatz.

Wissensmanagement wird kollaborativ

Viele Manager treibt die Frage um, wie sie ihre Arbeitskräfte bei einem internen oder externen Positionswechsel optimal unterstützen können. Eine Studie der Uni Bamberg vom Sommer 2024 zeigt auf: Weniger als 30 Prozent der Befragten erhielten eine strukturierte Wissensübergabe, in 82 Prozent der Fälle geschah die Einweisung ohne digitale Hilfe. Die Zukunft liegt jedoch im Aufbau eines systematischen und kollaborativen Wissensmanagements – und diese Zukunft hat schon begonnen. Denn KI-gestützte Tools ermöglichen es, Erfahrungswissen aus dem täglichen Doing sowie der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen automatisiert zu erfassen und anderen wieder zugänglich zu machen. Zudem „kennen“ die Kollaborations-Werkzeuge der neuesten Generation den Kontext der aktuell anstehenden Aufgabe und ziehen bei Bedarf KI-Assistenten als Kollaborationspartner in Teamgespräche hinzu. „So entsteht eine aufgabenspezifische und sich ständig erweiternde Wissensdatenbank, mit der sich Neulinge umfassend und strukturiert einweisen lassen“, weiß Carsten Hunfeld, Director EMEA des Softwareherstellers Augmentir.

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