Eine zentrale Herausforderung ist allerdings die absolute Kalibrierung. In der Praxis erfolgt sie über Referenzmessungen an Stützpunkten bekannter Temperatur. Alternativ können farbmarkierte Kalibrierstifte mit definierten Schmelzpunkten oder Spezialfarben mit hohem Emissionsgrad verwendet werden. Die Auswahl des Kalibrierverfahrens hängt von Material, Geometrie und Temperaturbereich ab. Durch Softwarekorrekturen lassen sich Emissionsgrad-Abweichungen kompensieren und Messwerte automatisiert linearisieren.

Das modulare Bildverarbeitungssystem Vicosys von Vision & Control ermöglicht die direkte Einbindung der SWIR-Kameras in industrielle Automatisierungs- und Qualitätssicherungsprozesse. Standardisierte Schnittstellen wie Ethercat, Profinet oder Ethernet/IP erlauben die nahtlose Kommunikation mit SPS und Leitsystemen. Dadurch lassen sich Temperaturverläufe in Echtzeit überwachen, automatisch dokumentieren und bei Bedarf sofort Prozessparameter anpassen.

Fazit

Die Temperaturmessung mit SWIR-Kameras stellt eine präzise Alternative zu klassischen Pyrometern und Wärmebildkameras dar – insbesondere bei reflektierenden Oberflächen. Durch geeignete Kalibrierstrategien, optische Anpassung und Integration in die Automatisierung lassen sich hohe Genauigkeiten erreichen. Für Anwender bedeutet dies: zuverlässige Temperaturüberwachung auch in anspruchsvollen Umgebungen, geringere Ausfallraten, weniger Nacharbeit und eine verbesserte Gesamtanlageneffektivität.

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