Aus Minuten werden Arbeitstage
In der Projektbetrachtung reduzierte die Stecktechnik den Zeitaufwand im FOUR-Projekt um bis zu 56 Prozent. Gleichzeitig stieg die Montageleistung von etwa 17 bis 20 auf rund 26 bis 30 Befestigungspunkte pro Monteur und Stunde. Allein bei den 13.800 ESD 30 Euro-Steckdübeln ergab die nachträgliche Betrachtung eine rechnerische Zeitersparnis von rund 287,5 Stunden, also etwa 36 Arbeitstagen. Bei der Verlegung von bis zu 13 Leitungen pro Kabelbügel KB 13 bezifferte Maier Solution die Verkürzung sogar um 43 Kalendertage – praktisch also eine mehr als sechs Wochen frühere Fertigstellung des Arbeitspakets. Teilweise konnten zwei Monteure die betreffenden Verlegewege auf kompletten Etagen mit rund 1.400m² innerhalb eines Arbeitstags installieren. In der Nachkalkulation wurden die höheren Materialkosten der Systemlösung durch reduzierte Montagezeiten um den Faktor 3,5 überkompensiert. Die rechnerischen Lohnkosten auf Basis der Mittelwerte lagen allein beim Kabelbügel KB 13 bei rund 31 Prozent unter der klassischen Befestigung mit Dübel und Schraube.
Auch die Optik zählt
Während der Wechsel vom Standard-KB 10 auf den KB 13 bereits eine Effizienzsteigerung von rund 30 Prozent markierte, erlaubte die dunkelgraue Sonderlösung zudem eine klare optische Differenzierung ohne aufwendige Spraymarkierungen: „Da beim FOUR-Projekt mehrere Elektrofirmen parallel mit ähnlichen Befestigungssystemen arbeiteten, war die eindeutige Zuordnung ein wichtiges Thema für Projektleiter Miroslav Martinovic“, sagt Armin Schwarz, Vertriebsleiter und Prokurist Deutschland bei Schnabl Stecktechnik. „Mit einer projektspezifischen Farbvariante der Kabelbügel, die wir für Maier Solution produziert haben, ließen sich Installationen schneller dem jeweiligen ausführenden Unternehmen zuordnen und Stark- und Schwachstrombereiche optisch sofort unterscheiden.“
Weniger Material und Bohrleistung
Der Nutzen der Stecktechnik endete bei FOUR nicht an der Bohrstelle. Weniger Einzelteile bedeuten weniger Disposition, weniger Transport auf der Baustelle und weniger Fehlgriffe im Materialfluss. Das wirkte sich zudem auf den Baustellenabfall aus: Wo zusätzliche Dübel und Schrauben entfallen, reduziert sich auch der Anteil entsprechender Umverpackungen und Kartonagen. Bei FOUR war die Bohrtiefe außerdem auf maximal 30mm begrenzt; der KB 13-Kabelbügel erfordert nur 27mm. Bei 165.000 angesetzten Bohrungen entspricht das fast einem halben Kilometer weniger Bohrstrecke gegenüber der zulässigen Maximaltiefe. Verglichen mit einer typischen konventionellen Dübelmontage mit rund 35mm Bohrtiefe würde sich der Unterschied sogar auf rund 1,3km summieren. In der Praxis bedeutet das eine geringere Beanspruchung von Maschine und Mensch. In einigen Teams konnten Akkuschrauber sogar vollständig entfallen – ein entscheidender Faktor für die Ergonomie sowie die Reduzierung der Vibrationsbelastung. Dass schnelle Steckmontage und technische Belastbarkeit zusammengehören, zeigen die dokumentierten Bruchlasten von 335 N in Beton und 346 N in Vollziegel. Die Monteure prüften das in einem Selbsttest vor Ort: Sie hängten sich an einen installierten KB 13; der Bügel verformte sich unter dem Körpergewicht zwar, hielt aber im Beton stand.











