Um Wochen reduzierter Montageaufwand

Auf dem früheren Deutsche-Bank-Areal in der Frankfurter Innenstadt ist in den letzten Jahren der Hochhauskomplex FOUR Frankfurt entstanden. Das Quartier umfasst vier Hochhaustürme mit gemeinsamen Sockel- und Untergeschossbereichen und kombiniert u.a. Büroflächen, Wohnungen, Hotel und Gastronomie, Einzelhandel, soziale Infrastruktur und öffentliche Räume. Der Hauptturm erreicht rund 233m Höhe. Für Maier Solution wurde Befestigungstechnik deshalb früh zum Prozessfaktor: Parallele Bauabschnitte in Tiefgarage und Hochhaustürmen, gemeinsame Untergeschosse, viele Schnittstellen und nachgelagerte Mieterausbauten stellten hohe Anforderungen an Koordination, Logistik und Bauablaufplanung und sorgten für eine hohe Installationsdichte mit tausendfacher Wiederholung im Ablauf.

Über 165.000 Bohrungen

Dies spiegeln die Fakten wider: Für die gebündelte, trassenförmige Verlegung von bis zu 13 Leitungen pro KB 13 Kabelbügel wurden projektseitig über 165.000 Bohrungen angesetzt. Hinzu kamen rund 38.000 weitere Systemkomponenten von Schnabl für unterschiedliche Rohr-, Kabel-, Steck- und Dosenbefestigungen sowie rund 220.500m Kabel in 35 Kabeltypen. Die DKS Dübelklemmschellen übernahmen dabei die direkte Kabel- und Leitungsbefestigung, während die ESD 30 Euro-Steckdübel in Kombination mit den EC Euro-Clip-Schellen für die Rohrmontage genutzt wurden. Im Trockenbauumfeld ließen sich die Rohre hingegen besonders effizient mit den dafür entwickelten C-Fix-Einschlagschellen mit nur einem Hammerschlag fixieren. Die FC Flexi-Clips dienten u.a. bei der Montage der RAS-Rohrleitungen und die DSN Daumen-Stecknägel bei der Montage von Brandmeldern, Lautsprechern und Kabelkanälen. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 30 Monteure und rund zehn Techniker gleichzeitig auf der Baustelle.

Bei Masse zählt der Ablauf

Klassische Befestigung funktioniert, bleibt aber mehrstufig: bohren, Dübel setzen, Befestigungselement ansetzen, Schraube eindrehen. Bei tausenden Wiederholungen wird daraus ein relevanter Zeit- und Logistikfaktor. Bei FOUR kamen zusätzliche Randbedingungen hinzu: In Flurbereichen wären klassisch überwiegend Metalldübel erforderlich gewesen; Schießverfahren galten wegen der hohen Betonqualität als wirtschaftlich wenig geeignet. „In der Kalkulation sieht man schnell: Die günstigste Befestigungslösung ist nicht automatisch die wirtschaftlichste“, sagt Jan-Niklas Schroeder, Prokurist und Abteilungsleiter Kalkulation bei Maier Solution. „Auf der Baustelle zählt allein, wie viele Handgriffe, Werkzeuge und Wege an jedem Montagepunkt hängen und wie sich das reduzieren lässt.“

Effizienz in der Installation

Die Stecktechnik von Schnabl verkürzt diesen Ablauf laut Hersteller im Allgemeinen um bis zu 60 Prozent, denn der integrierte Steck-Spreizkörper ersetzt Dübel, Schraube und Schraubprozess. In den meisten Einbausituationen genügt ein 6mm-Bohrloch, das Befestigungselement wird einfach händisch eingesteckt. Bei der Kombination aus ESD Euro-Steckdübel und EC Euro-Clip kam hinzu, dass sich Bohrtoleranzen besser ausgleichen ließen. „Wir haben nicht einfach ein anderes Befestigungselement eingesetzt, sondern den Installationsprozess aus den Perspektiven Kalkulation, Einkauf, Bauleitung und Montage betrachtet“, so Schroeder. Vor dem Projektstart schulte Schnabl die Bauleiter, Obermonteure, Monteure und Helfer in einem praxisnahen Workshop. So kam das System nicht als Kataloglösung auf die Baustelle, sondern als eingeübter Ablauf. „Innovation ist erst dann stark, wenn sie auf der Baustelle funktioniert“, sagt Stefan Zehner, Schulungsleiter bei Schnabl Stecktechnik. „Deshalb tragen wir neue Lösungen gemeinsam mit den Teams in die Praxis – vom Bauleiter bis zum Monteur.“

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