Das Gateway ist direkt mit dieser Steuerung verbunden. Es übernimmt die bereits gebündelten Daten, bereitet sie für die weitere Verarbeitung auf und überträgt sie an das Backend. Diese Architektur reduziert die Zahl der direkten Schnittstellen und trennt Maschinenfunktion und externe Kommunikation. Grundsätzlich kann das Gateway Daten nicht nur weiterleiten, sondern auch lokal verarbeiten. Je nach Anwendung lassen sich Sensordaten direkt auf dem Edge-Gerät filtern, auswerten und speichern. Das ist bei fehlender dauerhafter Mobilfunkverbindung sinnvoll.
Mobilfunk mit lokaler Datenpufferung
Bei BMS Connect erfolgt die Datenübertragung über ein integriertes LTE-Cat-1-Modem, das bei Bedarf auf 2G zurückfallen kann. Eine Multi-Netz-SIM ermöglicht die Einwahl in unterschiedliche Mobilfunknetze. Das Gerät wählt das am Einsatzort verfügbare Netz und ist damit nicht dauerhaft an einen einzelnen Anbieter gebunden.
Auch bei fehlender Netzabdeckung bleiben die Betriebsinformationen erhalten. Die Steuerung speichert die Daten lokal zwischen. Sobald wieder eine Verbindung besteht, werden sie automatisch an die in Deutschland betriebene Cloud übertragen. Für den Nachrichtenaustausch kommt MQTT in Verbindung mit HTTPS zum Einsatz; die Übertragung erfolgt verschlüsselt.
Zur Systemarchitektur gehören außerdem Over-the-Air-Updates. Neue Firmwarestände und Fehlerkorrekturen lassen sich aus der Ferne sowohl für das Gateway als auch für die Maschinensteuerung bereitstellen. Das Updatepaket wird zunächst vollständig im Hintergrund geladen und geprüft; erst danach beginnt die Installation. So soll eine unterbrochene Mobilfunkverbindung nicht zu einem unvollständigen Softwarestand führen.
Betriebszustände und Ferndiagnose
Im Dashboard sehen Anwender nicht nur die aktuelle Position ihrer Maschinen. Das System stellt außerdem Betriebszustände und Leistungsdaten bereit. So lässt sich erkennen, ob der Motor läuft, ob die Maschine Material mischt oder ob der Estrich bereits in das Gebäude gefördert wird. Damit erhalten Flottenverantwortliche einen Überblick über parallel auf unterschiedlichen Baustellen eingesetzte Maschinen.
Neben Routen und Tagesleistungen spielt die Ferndiagnose eine zentrale Rolle. Über die Maschinensteuerung kann das Gateway aktive und passive Diagnosecodes des Motors auslesen. Servicetechniker erhalten dadurch Hinweise auf die Ursache eines Stillstands, bevor ein Vor-Ort-Einsatz veranlasst wird. „Die Meldungen reichen von technischen Störungen bis zu einem leeren Dieseltank“, berichtet Kordtomeikel. „Wenn wir die Ursache aus der Ferne erkennen, lassen sich unnötige Servicefahrten vermeiden.“ Betreiber können ihre Maschinen damit gezielter disponieren und Ausfallzeiten verkürzen; der Hersteller kann Serviceanfragen schneller einordnen und die technische Unterstützung vorbereiten.
Schritt zur zustandsbasierten Wartung
Derzeit werden Wartungsintervalle vor allem anhand der Betriebsstunden berechnet. Im Dashboard weist ein Ampelsystem in den Farben Grün, Orange und Rot auf anstehende Maßnahmen hin. Perspektivisch soll die zustandsbasierte Wartung über feste Intervalle und klassische Fehlercodes hinausgehen.












