
Schweiß hat es gekostet. Nerven wahrscheinlich auch. Ganz sicher ging ohne kluge Planung nichts. In den ersten Tagen seines Betriebs erledigte Max Schwarzmeier den Abbund händisch. Als er die dafür benötigte Tischkettensäge aus ihrer Ecke zieht und von Staub und Spänen befreit, lässt sich beides erahnen: der Stolz des Handwerks und die Mühe desselben. Gespannt zwischen Schraubzwingen, schnitt der Zimmerer die Balken mit dieser Konstruktion zurecht. Mühsam, ja, und oft auch ungenau. 2018 war das, gleich nebenan in der Scheune der Eltern seines Geschäftspartners Markus Peter, wo alles begann. Hier im mittelfränkischen Dürrnbuch sind bei der Zimmerei Holzbau Peter & Schwarzmeier inzwischen vier Gesellen angestellt. Das übrige Werkzeug für den Abbund von damals ist jetzt in Kartons verstaut. Zwingen und Fräser haben den Umzug in diese 1.600m² große Halle noch erlebt. Aber 2022 hatten sie dann endgültig ausgedient. Schwarzmeier schiebt den Tisch zurück. Sie haben ausgedient, weil am anderen Ende der Fertigungshalle eine Techno Fast von Essetre steht.
Vollautomation trifft
Handwerk
Mit ihr genügt ein Knopfdruck und der Abbund läuft. Denn die Techno Fast nimmt sich den Träger, hält ihn präzise im Arbeitsbereich, verarbeitet ihn und legt ihn fertig abgebunden ab – vollautomatisch. Zwei multifunktionale Zangen auf jeder Seite sorgen dafür, dass nichts verrutscht. Ein motorisiertes System bewegt den Balken durch die Anlage, ein pneumatischer Auswerfer entlädt sie. Früher bedeutete das: ausmessen, markieren, schneiden, prüfen. Bangen, dass alles sitzt. Mit dieser Fertigung von früher ist die Maschine nicht vergleichbar. Zudem hat die Techno Fast neue Freiheiten zu den Holzbauern gebracht: Aufträge mit komplexen Geometrien sind nun problemlos umsetzbar. Wo früher Stunden vergingen, sind es heute bloß noch Minuten.
Die richtige Maschine
für KMUs
Eine solche Anschaffung will allerdings gut durchdacht sein. Gerade kleinere und mittlere Betriebe müssen ihren Maschinenpark wohlüberlegt auswählen: Nicht nur funktional muss die Technik sein, auch das Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidet. Peter und Schwarzmeier kennen sich seit ihrer Lehre in demselben Betrieb, am anderen Ende von Dürrnbuch gelegen. Oft setzte ihr Vorgesetzter sie an gegenüberliegenden Stellen der Halle ein, lachen die beiden heute, zu gut haben sie sich schon damals verstanden. „Aber wenn es gebrannt hat, hat man immer uns beide losgeschickt“, erinnert sich Schwarzmeier. Das klassische Handwerk haben sie dort gelernt. Worauf es ankommt beim Abbund, wie sie Schwalbenschwanz-Verbindungen fräsen. Doch wie sich ein junges Unternehmen richtig maschinell aufstellt, das mussten sie sich selbst beibringen.
Unerwarteter Fund auf der Dach + Holz
Wegweisend dafür war ein Besuch der Dach + Holz in Stuttgart 2021. Nach zwei Jahren im Geschäft stand fest: Ohne eine industrielle Lösung für den Abbund würde die Zimmerei immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Gerade arbeitete Peter & Schwarzmeier an einem besonders herausfordernden Auftrag, ein Mehrfamilienhaus ohne Ecken und Kanten sollte entstehen. Mit den herkömmlichen Handmaschinen kaum zu bewerkstelligen. Auf der Stuttgarter Messe dann fanden sie schnell, was sie suchten – dachten sie. Eigentlich hatten sich die beiden nämlich für eine Maschine eines anderen Herstellers entschieden. Nur zufällig kamen sie auf dem Weg raus am Stand von Essetre vorbei. Peter erinnert sich an einen überzeugenden Sales Manager, der ihre Wünsche kannte und sie auf den Punkt brachte. Noch heute arbeiten sie zusammen.

















