CNC-gestützt mit der Zeit gehen

Schwimmhalle im thüringischen Illmenau: Konstruktionsbild Dachlandschaft
Schwimmhalle im thüringischen Illmenau: Konstruktionsbild DachlandschaftBild: Strab Ingenieurholzbau Hermsdorf GmbH

Moderne Technik ermöglicht im Holzbau mehr statisch anspruchsvolle Vorhaben. Das weiß auch Strab Ingenieurholzbau aus Thüringen: Seit 2002 verarbeitet man hier Brettschichtholz. Bis zu 12.000 Kubikmeter Leimholz kommen hier jährlich zum Einsatz, mit besonderem Fokus auf großen Bauteilen. Dabei entwickelt der Betrieb die Vorfertigung ständig weiter – in Kombination mit hausinterner Verleimung und Verbindungsmitteln wie selbstbohrenden Schrauben, Gewindeschrauben und eingeklebten Rundstählen.

Großmaschine für Großbauteile

Schwerpunkte bei Strab sind Industrie-, Gewerbe- und Brückenbau sowie Sonderkonstruktionen. Mit 32 Mitarbeitern, 16 davon Zimmerer im Abbund, setzt der Betrieb auf Großmaschinen wie das 38 Meter lange und 9,5 Meter breite CNC-Bearbeitungszentrum Magnus-III-TTT von Reichenbacher. Damit lassen sich maßgeschneiderte Lösungen umsetzen, etwa die Rekonstruktion einer Musikmuschel aus dem vorigen Jahrhundert für Bad Heiligenstadt – komplett aus Kerto-Elementen und Brettschichtholz, bearbeitet mit teils komplexer dreidimensionaler Anschiftung. Ohne die Maschine wäre das kaum umsetzbar, geschweige denn wirtschaftlich. Vor dem Zentrum kaufte Strab noch Teile zu, heute fräst man alles selbst.

Entwürfe werden zu fertigen Bauteilen

Bei Architekten liegen Freiformen im Trend, bei Gebäudekörpern genauso wie bei Dächern und Brücken, und KI erlaubt zunehmend raffiniertere Designs. Für die Fertigung zuständig sind aber nach wie vor Spezialisten im Holzbau: Sie planen Tragwerke, berechnen EDV-gestützt und achten auf Details und Produktion. Strab fertigt alles vor: abgebunden, blockverklebt, CNC-bearbeitet. Auch Verbindungen, Stahlteile und Hilfsmaterialien gehören dazu, zuletzt auch die Lieferung und Montage. „Unsere Stärke ist es, Entwürfe in fertige Bauteile zu übertragen“, sagt Chef Matthias Tremel. Sichtbar ist das etwa bei der Tuttlinger Brücke mit 58 Metern Spannweite, dem 42 Meter hohen Aussichtsturm in Burgk oder der Schwimmhalle in Illmenau. Auch für sie fertigte das Unternehmen alles vor: Fassadenstützen, Mittelbogen, Randbögen und alle Elemente für die Dachschalung.

Anlage bearbeitet große Leimbinder

Früh erkannte man bei Strab: Eine 5-Achs-Portalanlage ist flexibel und passt daher besser in die Produktion als eine reine Abbundanlage. Der Betrieb wollte schließlich extrem große Bauteile bearbeiten können. Der Arbeitsbereich der Magnus-III-TTT von 31.500 x 3.000 x 700 Millimetern ermöglicht die Komplettbearbeitung massiver Leimbinder, Decken- oder Brückenbauteile, Freiformen und Platten. Dazu nutzt sie besondere CNC-Komponenten, darunter ein Werkzeugmagazin mit 30 Plätzen für Fräser, Bohrer und Schleifmittel sowie ein Pick-Up-Platz für Sägeblätter bis 900 Millimeter Durchmesser. Große Leimbinder sind schwer, unregelmäßig geformt und gering restfeucht. Sie mit engen Toleranzen zu bearbeiten, erfordert präzise Spanngenauigkeit, vibrationsarme Abläufe, exakte Nullpunkte und stabile Werkzeuge. Hinzu kommen Kühlung sowie Mess- und Referenzsysteme. Die Anlage deckt all das ab.

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