Digital auf Augenhöhe

Die Digitalisierung hat im Maschinen- und Anlagenbau laut einer Mitgliederbefragung des VDMA eine neue Reife erreicht. Demnach wird die Technologie zunehmend strategisch gesteuert und ist in der Mehrheit der Unternehmen fest in der Unternehmensführung verankert. Für die Untersuchung hat der VDMA Informatik 248 der rund 3.500 Mitgliedsunternehmen befragt.

Prof. Claus Oetter, Leiter der Abteilung Informatik und Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung sagt: „Der Maschinen- und Anlagenbau hat sich im digitalen Wettbewerb gut positioniert. 74% der Unternehmen sehen sich digital mindestens auf Augenhöhe mit ihren Mitbewerbern. Davon sehen sich 32% sogar besser aufgestellt. Das ist ein starkes Ergebnis. Nicht die Technologie entscheidet – sondern die Fähigkeit, sie wirksam in die Organisation zu bringen.“

60% mit Strategie

Sechs von zehn Unternehmen verfügen demnach bereits über eine Digitalisierungsstrategie, weitere 19% planen eine solche bis Ende 2026. Gleichzeitig zeigt die Umfrage aber auch, dass 22% der Unternehmen bislang ohne klare strategische Leitplanke in ihrer Digitalisierung agieren. Gerade in einem Umfeld aus Kostendruck, Fachkräftemangel und globalem Wettbewerb wird fehlende strategische Orientierung zunehmend zum Risiko.

„Die strategische Verankerung digitaler Transformation ist abhängig von der Unternehmensgröße“, erklärt Guido Reimann, stellvertretender Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung und Leiter des Kompetenznetzwerks Künstliche Intelligenz. „Während bei Großunternehmen ab 3.000 Beschäftigten 83% eine Digitalisierungsstrategie haben, sind es bei kleinen Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten 53%. Bei Unternehmen mit 250 bis 999 Mitarbeitenden verfügen bereits 73% über eine Digitalisierungsstrategie.“

Die Technik ist nicht immer das Problem

Dem VDMA zufolge macht die Umfrage zudem deutlich, dass nicht-technische Herausforderungen oft die größten Schwierigkeiten bereiten. Dazu zählen etwa IT-Security-Anforderungen (60%), Change Management (47%), Umsetzungsgeschwindigkeit (44%) sowie personelle (42%) und finanzielle Ressourcen (34%). Aber auch gesetzliche Vorgaben wie Datenschutz (32%) und gesetzliche Vorgaben (26%) erschweren die Umsetzung für Unternehmen. „Das verdeutlicht, dass die digitale Transformation im Maschinen- und Anlagenbau längst mehr als eine rein technische Herausforderung ist“, betont Oetter. „Es braucht einen sinnvollen und innovationsfördernden Regulierungsrahmen sowie weniger Bürokratie, damit die Unternehmen in der Lage sind, sich auch weiterhin am Weltmarkt zu behaupten.“

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