Logi.CAD in der Cumulocity-Cloud

Engineering, IIoT und Businessanwendung vereint

Der SPS- und Engineering-Spezialist Logi.cals hat im vergangenen Jahr mit der Open Web Automation-Technologie (OWA) den Weg in das Web-basierte Steuerungs-Engineering geebnet. Nun haben die Software AG, einer der größten industriellen Cloud-Anbieter und Logi.cals eine Zusammenarbeit vereinbart. Durch die Kooperation entsteht eine durchgängige Plattform, die nicht nur jeden Lebenszyklus einer Anwendung abdeckt, sondern auch funktional alle Aspekte berücksichtigt, die für einen erfolgreichen Betrieb, die Performancemessung, Maintenance bis hin zu neuen, datengetriebenen Geschäftsmodellen notwendig sind. Im Gespräch mit Dirk Gröner von der Software AG und Heinrich Steininger von Logi.cals erfuhren wir mehr über den Leistungsumfang der angestrebten Lösung und welche neuen Möglichkeiten sich für Anwender daraus ergeben.
Durch die Zusammenarbeit von Software AG und Logi.cals GmbH entstehen gemeinsame Technologien und Services für das systemübergreifende Engineering und den zentralen Betrieb. – Bild: Logi.cals GmbH

Die Software AG mit Sitz in Darmstadt ist einer der größten Anbieter für Unternehmenssoftware. Mit seiner Cumulocity-Cloud stellt das Unternehmen seinen Anwendern einen großen Funktionsumfang für das Management und Analytics von IoT-Geräten und die Integration in Geschäftsprozesse zur Verfügung. Logi.cals ist seit Jahrzehnten Anbieter der Plattform-neutralen Engineeringsoftware Logi.CAD 3 für industrielle und mobile Steuerungssysteme. Mit dem gemeinsamen Angebot kombinieren sie diese Fähigkeiten aus Engineering für Echtzeitsteuerungen, IoT-Management-Plattform und Service-Orientierter Unternehmensanwendung. Damit entsteht eine umfassende Industrie-Architektur, auf der Anwender moderne, IoT- und datenorientierte Geschäftsmodelle entwickeln, betreiben und pflegen können. Der Gedanke dahinter: Die Entwicklung der IoT-Gerätesoftware und der Business-Anwendung laufen heute üblicherweise getrennt voneinander in unterschiedlichen Systemen. Dadurch entstehen jedoch unnötige Brüche und Hürden. Die Software AG und Logi.cals wollen das durch ihre Zusammenarbeit nun ändern.

Umfangreiche Architektur von der Firmware bis zur Supply Chain

„Üblicherweise werden industrielle Steuerungssysteme heute auf einem PC oder Laptop programmiert, auf dem das Engineering-Werkzeug installiert ist“, erklärt Heinrich Steininger, CTO und Mitbegründer von Logi.cals. Das Engineering gehöre jedoch in die Cloud, davon ist Heinrich Steininger überzeugt: „Mit der heutigen Einzelplatz-Installation der Engineering-Werkzeuge, wie sie seit 30 Jahren in der Automatisierung verbreitet ist, werden Programmierer und Integratoren den hohen Ansprüchen an flexible Steuerungs- und IoT-Lösungen nicht mehr gerecht. Das gilt nicht nur für die Programmierung und die Inbetriebnahme, sondern auch für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Anwendung über Jahre hinweg. Es kommt darauf an, Automatisierungslösungen proaktiv, flexibel, effizient und zukunftssicher für die Geschäftsmodelle von morgen zu gestalten. Diese Anforderungen haben uns bei der Entwicklung von Open Web Automation (OWA), unserer Cloudweiterentwicklung der Engineering-Software Logi.CAD 3, geleitet“, erläutert Steininger. Offenbar sieht man das bei der Software AG ebenso. Für Dirk Gröner, Senior Principal Industrial IoT Ecosystem, ist die Unterstützung der jeweiligen Rolle im Lebenszyklus einer Anwendung eine der herausragenden Fähigkeiten, die ein industrielles Cloud-Angebot heute bereithalten muss: „Unsere Cumulocity-Cloud unterstützt Anwender von IoT-Lösungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Mit ihr geben wir Anwendern zunächst einmal eine transparente Managementplattform für ihre Assets an die Hand. Nach oben wird das Angebot seit vielen Jahren schon durch unsere WebMethods-Angebote ergänzt, das heißt Integration mit Cloud- und Enterprise-Anwendungen, um IoT und Geschäftsdaten zu verbinden. Die Engineering-Lösung von Logi.cals ergänzt unser Angebot perfekt, um den Anwender von Anfang an bei seinen Aufgaben zu unterstützen. Anwender erhalten mit dieser Kombination eine wirklich leistungsstarke Lösungsplattform, die sie in den verschiedenen Rollen und über den gesamten Lebenszyklus hinweg bei ihren Aufgaben bestmöglich unterstützt.“ Während Logi.cals also seine Expertise vor allem im Engineering ausspielt, ist die Software AG für den Roll-Out, den Betrieb, den Service und das Maintenance zuständig. Dabei stellen Fähigkeiten wie Deployment, Analytics , das Geräte-Management, aber auch Massen-Updates vieler tausend Geräte und die Orchestrierung mit überlagerten Funktionen wie KI eine umfangreiche und robuste Architektur zur Verfügung. Durch die Zusammenarbeit steht diese nun auch Logi.cals-Entwicklern zur Verfügung. Über WebMethods werden weitere Fähigkeiten in Form von Service-Orientierten Architekturen wie z.B. ERP- oder Supply-Chain-Funktionalitäten zu einer skalierbaren Gesamtlösung orchestriert. Damit sind der Weiterverarbeitung in Geschäftsprozessen keine Grenzen mehr gesetzt.

Integration – aber bitte einfach

Eine große Herausforderung bei IIoT-Geschäftsmodellen besteht immer in der Integration von IoT-Anwendungsdaten in die Unternehmensprozesse – und auch andersherum! „Datenmodelle müssen dafür auf verschiedenen Plattformen und in unterschiedlichen Domänen entwickelt, verknüpft und immer wieder abgeglichen werden“, erklärt Gröner. „Dieser Aufwand entsteht einerseits beim initialen Engineering aber auch bei jeder Änderung und Weiterentwicklung. Mit der Integration von Engineering, IoT-Plattform und Business-Cloud kann hier viel Effizienzpotenzial gehoben werden. Das gleiche gilt übrigens auch für die Nutzung von Analytics- und KI-Funktionen, deren Integration ebenfalls für viele Entwickler eine große Hürde darstellt, denn auch hier müssen Verknüpfungen von Daten und Informationen zwischen IoT- bzw. Steuerungs-Device und Cloud-Angeboten aufgebaut werden. Die Integration von Engineering, Integration, IoT-Management und Business-Software ist ein echter Game-Changer!“

Skalierbar nach Bedarf

Die Cumulocity-IoT-Plattform kann sowohl über die Cloud als auch On-Premise, also vor Ort beim Kunden implementiert werden. „Nach wie vor haben wir Kunden, die die Plattform gerne im eigenen Rechenzentrum betreiben, genauso kann Cumulocity aber auch auf den sogenannten Hyper-Scalern zum Einsatz kommen, also z.B. auf AWS, Azure und Alibaba. Spannend ist dabei für unsere industriellen Kunden auch die Fähigkeit unserer Lösung, bei gleichem Source-Code und gleichem Funktionsumfang auf einem leistungsstarken Industrie-PC in der Fabrikhalle betrieben werden zu können. Das ist z.B. für Edge-Analytics sehr interessant und zeigt die enorme Skalierbarkeit der Plattform.“ Dazu passe die hohe Anpassungsfähigkeit der Logi.cals-Runtime an die verwendete Hardware, wie Steininger erläutert: „Die Runtime unserer Lösung reicht von extrem kleinen Laufzeitsystemen mit einem Footprint von weniger als 18kB, dem Einsatz auf 8Bit-Microcontrollern bis zum Mehrkern-Industrie-PCs, wahlweise mit oder ohne Betriebssystem. Für die Programmierung können Anwender auf die Sprachen der IEC61131 zurückgreifen, aber auch C, C++ und sogar Python als Programmiersprache verwenden. Unser System unterstützt dabei, wenn nötig, die Ausführung von Anwendungen auf mehreren CPU-Kernen.“

Seiten: 1 2 3Auf einer Seite lesen

SAG Deutschland GmbH / Logi.cals GmbH
www.logicals.com/de

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com
Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com
Konkrete Vorteile durch TSN für die Industrie

Konkrete Vorteile durch TSN für die Industrie

Das Potenzial von transformativen Digitaltechnologien gemäß Industrie 4.0 ist in der Industrie unumstritten. Allerdings ist das damit verbundene große Datenaufkommen ein zweischneidiges Schwert: Einerseits bergen diese Datenmengen ein Potenzial, das in Form wertvoller Informationen zur Prozessoptimierung verwendet werden kann. Andererseits drohen diese Datenmengen, sofern sie nicht gut gehandhabt werden, zu einer Datenflut anzuwachsen, die Unternehmen überfordert und somit mehr Probleme schafft, als sie löst.

Bild: TeDo Verlag GmbH
Bild: TeDo Verlag GmbH
Maschine läuft 
auf Knopfdruck

Maschine läuft auf Knopfdruck

Maschinen mit hohem Automatisierungsgrad und möglichst großem Kundennutzen liegen in der Holzbearbeitung im Trend. „Ein Programmwechsel der Maschine sollte im Prinzip auf Knopfdruck möglich sein“, betont Denis Lorber, Leiter Forschung und Entwicklung von Holz-Her in Nürtingen. „Der Kunde will in der Regel die fertig eingestellte vorpositionierte Maschine.“ Früher ein Alleinstellungsmerkmal großer Industriemaschinen, gilt dieser Anspruch heute für alle Baureihen – bis hin zu Einstiegsmaschinen. Möglich macht das unter anderem dezentrale Antriebstechnik.

Bild: Michael Koch GmbH
Bild: Michael Koch GmbH
Mehr Zuverlässigkeit, 
mehr Sicherheit, 
mehr Effizienz

Mehr Zuverlässigkeit, mehr Sicherheit, mehr Effizienz

Mit dem System Pxt bietet das Unternehmen Koch eine vielseitige Lösung für modernes Energiemanagement, jetzt auch für die strombasierte
Lastspitzenreduktion. Dass sich parallel auch einiges an Energie in
dynamischen Anwendungen einsparen lässt – worauf die erste Generation ursprünglich ausgerichtet war – sollte in Zeiten von Energiekrise und
steigender Nachhaltigkeit auch wieder mehr ins Gewicht fallen.

Bild: Uhlmann Pac-Systeme
Bild: Uhlmann Pac-Systeme
Weniger Risiko 
und bessere Qualität

Weniger Risiko und bessere Qualität

Die Industrie muss immer flexibler und schneller auf ihre Märkte reagieren, das gilt auch für Pharmaunternehmen. Infolgedessen werden Lieferzeiten ein zunehmend
entscheidendes Thema. Uhlmann Pac-Systeme, Systemanbieter für das Verpacken von Pharmazeutika aus Laupheim, wollte deshalb kürzere Durchlaufzeiten, beschleunigte Prozesse und Mehrkörpersimulation erreichen – und setzt dabei auf Simulationssoftware von Machineering.