• Heterogener Gebäudebestand mit stark variierendem Automatisierungsgrad – von Objekten ohne jegliche Gebäudeautomation bis hin zu vollständig vernetzten Smart Buildings. Diese strukturelle Vielfalt erschwert eine standardisierte Modernisierungsstrategie.
  • Vielfalt an Protokollen und Systemen – im Laufe der Jahre wurden unterschiedliche Bussysteme und Automatisierungslösungen implementiert. Häufig kommen dabei verschiedene Herstellerprodukte zum Einsatz, für die unter Umständen nicht jedes Protokoll eine saubere Definition bietet. Dementsprechend komplex kann es ein, diese untereinander zu vernetzen.
  • Fachkräftemangel in Installation und Service – der Markt für qualifiziertes Fachpersonal ist angespannt. Spezialisierte Dienstleister sind rar, insbesondere wenn Projekte in mehreren geografischen Regionen oder Ländern betreut werden müssen. Einzelne Dienstleister stoßen hier schnell an Kapazitätsgrenzen.

Um die genuinen Vorteile von IoT-Lösungen auch im Bestand nutzen zu können, braucht es also Systeme, die einige besondere Anforderungen erfüllen: Sie müssen sich insbesondere problemlos nachrüsten und schnell in Betrieb nehmen lassen, in allen Gebäudetypen installierbar sein und zudem alle dort existierenden und gängigen Gebäudeautomationsprotokolle unterstützen.

Edge Gateways schlagen die Brücke

Komplexe Gebäudeautomationssysteme sind für diese Aufgaben zwar theoretisch auch geeignet. Aufwand, Kosten und nicht zuletzt die benötigte Installationszeit sind in diesem Fall aber unverhältnismäßig hoch. Darüber hinaus möchten Gebäudebesitzer von Bestandsprojekten, die normalerweise über kein Spezial-Knowhow in der Gebäudeautomation verfügen, das System möglichst auch ohne zusätzliche Fachkräfte installieren und komfortabel bedienen können. Selbst wenn das System einfach erklären kann, was der Anwender gerade sieht und worauf er achten muss, ist es deshalb viel besser (und günstiger), die bestehende gebäudetechnische Infrastruktur in möglichst großem Umfang weiter zu nutzen und mit der Cloud zu vernetzen. Für die Umsetzung solcher Anforderungen spielen – neben dem Ende-zu-Ende-verschlüsselten Netzwerkprotokoll LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) – Edge Gateways eine Schlüsselrolle. Diese Geräte ermöglichen es, die verschiedenen Bussysteme in einem Gebäude zentral aufzuschalten und die Daten dann in der Cloud abzuspeichern und mit Logikfunktionen weiter zu bearbeiten. Wichtig in Bezug auf die Flexibilität ist dabei, dass nicht für jedes einzelne Busprotokoll und jede Herstellerfirma ein anderer eigener Edge Controller eingesetzt werden muss, sondern ein einziges Edge Gateway ausreicht.

Einfach und intelligent verwalten

Ein solcher Allrounder ist die Connect Box von Siemens, mit der sich kleine bis mittelgroße Gebäude mit wenigen Klicks einfacher und intelligenter verwalten lassen. Die IoT-Gebäudemanagementlösung verbindet alle Komponenten und ermöglicht die Integration in bestehende Gebäudeautomations- und -managementsysteme oder Cloud-Anwendungen. Konkret lassen sich über die Connect Box elf verschiedene Busprotokolle verarbeiten, welche dann nach BACnet/IP, Modbus TCP oder über MQTT weitergegeben werden können. Zudem können auch externe Systeme über eine RESTful API angebunden werden. Das System unterstützt mit einer herstellerübergreifenden Gerätebibliothek und hilft damit die Installation möglichst schnell und einfach zu gestalten. Eine LAN-Anbindung an das bestehende Hausnetz ist dabei ebenso möglich wie ein hausnetzunabhängiger Betrieb über eine integrierte 4G SIM-Karte. Die Daten werden vielmehr über eine automatisierte Schnittstelle aus dem Gebäude übernommen und in einer mitgelieferten Cloud-Lösung gespeichert und verarbeitet. Eine Anbindung an die Siemens-Plattform Building X ist über MQTT ebenfalls möglich.

Fazit

Bei der Optimierung von Energieverbrauch und -kosten bieten Edge Gateways eine praxisnahe Antwort auf die spezifischen Herausforderungen in Bestandsgebäuden: Sie erschließen die Vorteile moderner IoT-Lösungen auch für ältere Gebäudetechnik-Generationen. Gleichzeitig erlauben sie eine schnelle Nachrüstung und eine herstellerunabhängige Integration.

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