BWS – mit dieser Abkürzung werden optoelektronische Schutzeinrichtungen bezeichnet, die Maschinensicherheit ohne räumliche Barriere gewährleisten. Zu den Gerätetypen der berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen (BWS) gehören Sicherheitslichtgitter, Sicherheitslichtvorhänge und Sicherheitslaserscanner.
Bessere Platzausnutzung, größere Flexibilität
Im Unterschied zur klassischen Art der Absicherung von Gefahrstellen und Gefahrenbereichen – mit trennenden Schutzeinrichtungen, sprich Schutzzäunen – bietet die sichere Optoelektronik größere Flexibilität und bessere Platzausnutzung, weil sie keine räumliche Barriere darstellt. Sobald einer der Lichtstrahlen zwischen Sende- und Empfangseinheit unterbrochen wird, weil z.B. ein Bediener den Gefahrenbereich betritt, wird die gefahrbringende Bewegung sicherheitsgerichtet gestoppt. Das schafft u.a. auch die Voraussetzung für eine Unterscheidung von Mensch und Material durch gezieltes (und durch sichere Sensorik überwachtes) Ausblenden einzelner Lichtstrahlen (ortsfeste oder bewegliche Objektausblendung).
Bereichsabsicherung mit höherer Reichweite
Wenn die optoelektronischen Schutzeinrichtungen in Kombination mit Umlenkspiegeln eingesetzt werden, lassen sich auch dreidimensionale Gefahrenbereiche absichern. Dann kommen schnell auch große Distanzen zusammen, die das gebündelte Infrarotlicht zurücklegt, zumal für jeden Spiegel etwas Verlustleistung einberechnet werden muss.
Für solche Anwendungen hat Schmersal eine neue Baureihe von Sicherheitslichtvorhängen (SLC) und mehrstrahligen Einstrahllichtschranken (SLG) mit höherer Reichweite entwickelt. Sie können bei Reichweiten bis 30m (Gefahrzonen, z.B. für den Handschutz) bzw. 60m (Körperschutz) eingesetzt werden.
Die neuen Baureihen zielen auf Anwendungen u.a. in der Holzverarbeitung und der Schüttgutindustrie sowie beim Containerumschlag z.B. in Häfen (automatisierte oder staplerbediente Lagerplätze). Die erhöhte Reichweite ist auch bei der Überwachung von weitläufigen Logistikanwendungen sinnvoll. Ebenso möglich ist die berührungslose Absicherung von bis zu 60m langen Förderstrecken – als optoelektronische Alternative zu Seilzug-Notschaltern, die Schmersal ebenfalls im Programm hat. Mit einstrahligen Sicherheitslichtschranken können sogar bis zu 70m lange Gefahrenbereiche überwacht werden. Damit ist eine Absicherung über große Entfernungen mit minimalem Installationsaufwand möglich. Den Anstoß für diese Entwicklung kam übrigens aus der Verkehrs- bzw. Bahntechnik: Ein Kunde von Schmersal suchte eine Lösung für den Personenschutz an Bahnsteigen für fahrerlos betriebene Zugstrecken.
Für Outdoor-Einsätze: Mit integrierter Beheizung
Bei einigen der genannten Anwendungsbereiche handelt es sich um Outdoor-Einsätze, bei denen die sicherheitsgerichteten Optosensoren Wind und Wetter sowie tiefen Temperaturen ausgesetzt sind. In diesen Fällen – und ebenso in Tiefkühllagern – sorgen Sicherheitslichtvorhänge und mehrstrahlige Sicherheitslichtschranken mit integrierter Heizung für zuverlässigen Betrieb bei Temperaturen bis -300°C.

















