Bevor man in den Prozess einsteigt, ist es ratsam, eine detaillierte Arbeitsablaufanalyse zu erstellen. Dabei wird noch einmal klar: „Was benötigen die Mitarbeiter? Wie sind die Laufwege? Wie viele Werkzeuge benötigen sie wirklich am Platz?“, so Henning Rey. Die Methode macht es möglich, Arbeitssysteme mit Modellen aus Pappe zu modellieren, Abläufe zu simulieren und Prozesse zu analysieren, ohne dabei Kosten für reale Betriebsmittel zu verursachen. Produktionsmitarbeiter Frank Klaus hat gemeinsam mit seinen Kollegen viel Herzblut in das Projekt gesteckt: „Wir haben dieses Regal viele Male umgestellt und uns gemeinsam Gedanken gemacht: Und dann haben wir alles geübt und durchgespielt, bis wir zufrieden waren.“ Früher seien alle ständig durch die Halle gelaufen, die Laufwege seien viel zu lang gewesen.

Die Resultate der Workshops waren aber nicht nur neue Materialwagen, markierte Laufwege und eine aufgeräumte Produktionshalle. Alle Materialien werden just-in-time an die Arbeitsplätze geliefert und Displays zeigen den aktuellen Fertigungsstand an, alles ist papierlos und digital. Fehler, Änderungen und Verbesserungsvorschläge werden direkt im System erfasst. Als besonders effektiv empfindet man bei Tobol das morgendliche Shopfloor-Management.

Jeden Tag ein bisschen besser

Täglich um 9:45 Uhr strömen aus allen Bereichen der Halle die Mitarbeiter zusammen. Heute moderiert Werkleiter Ralf Krause, jeden Tag wird ein neuer Moderator für den Folgetermin ausgelost. Zehn Minuten am Tag, die sich lohnen: „Durch das Shop-floor-Management tauschen wir uns effektiv aus – über alles, was in der Produktion funktioniert, aber auch über das, was schiefläuft“, berichtet Krause. Früher seien die Mitarbeiter den ganzen Tag mit Problemen auf ihn zugekommen, heute sei er um 9:55 Uhr mit allem durch. Weil die Mitarbeiter gleichzeitig auftretende Fehler noch während der Produktion direkt ins System einpflegen, behält er immer den Überblick: „Durch die Digitalisierung haben wir klare Transparenz, auch für den Kunden. Wir können rechtzeitig Rückmeldung geben und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.“ Auch Tobias Funke zieht ein positives Fazit: „Die Consulting-Dienstleistungen von Phoenix Contact haben uns geholfen, unsere gesamten Prozesse zu verbessern, schlanker zu werden und schneller zu reagieren.“ Last but not least ist auch die Mitarbeiterzufriedenheit gestiegen, das bestätigt auch Produktionsmitarbeiter Frank Klaus: „Eine neue Produktionsstätte zu beziehen, das ist schon ein Traum. Aber so richtig gut wird es erst dann, wenn man selbst mitgestalten kann: Heute sind unsere Arbeitsplätze so, wie wir sie brauchen.“

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