In der Praxis wird empfohlen, bestehende Prozesse einige Zeit zu tracken – samt aller auftretenden Einflüsse, Anpassungen und Störungen. Auch eine parallele Beibehaltung händisch geführter Listen macht vorerst durchaus Sinn. Wenn die Dokumentation über einen gewissen Zeitraum vorliegt, lassen sich Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen oft bereits ohne tiefergehende Datenanalyse ableiten. Mittelfristig bietet sich ein kontinuierlicher Abgleich an: z.B. von einzelnen Schichten oder Produktionswochen. „Dann ist sofort ersichtlich, an welchen Stellen es Abweichungen gibt – für den Maschinenbediener genauso wie für den Produktionsverantwortlichen.

Live beim Automatisierungstreff

„Genau an dieser Stelle kommt unser Workshop auf dem Automatisierungstreff 2025 ins Spiel“, blickt Berenice Böhner voraus. Unter dem Titel Shopfloor 4.1 dreht er sich voll und ganz um die Vernetzung des Maschinenparks. Das Besondere: Der Workshop adressiert alle Produktions- und Hierarchieebenen. „Wir verdeutlichen allen Teilnehmern die Vorteile der MK Ware, unabhängig davon ob es sich um einen Werker, jemanden aus der Instandhaltung oder einen Betriebsleiter handelt“, so Nicolai. „Dabei vermitteln wir möglichst viel Hintergrundwissen aus dem Shopfloor. Schließlich bildet das die Basis für eine effektive Datenauswertung.“ Prokuristin Böhner fügt bei: „Auf diese Weise verstehen auch die oberen Etagen, die sich normalerweise nur für die Dashboards interessieren, welche Variablen für Maschinenbediener oder Instandhalter relevant sind. Umgekehrt erhalten die Produktionsmitarbeitenden Einblick, wie der Betriebsleiter zu seinen OEE-Daten kommt. Durch den Perspektivwechsel kann die eine Seite die Arbeitsweisen und Entscheidungen der anderen Seite besser nachvollziehen. Diese Transparenz intensiviert die Beziehungen im Unternehmen, fördert das gegenseitige Verständnis und verbessert das Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen – was sich dann auch wieder positiv auf die Prozesse und die Produktivität auswirkt.“

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