Um das Potenzial der Mikron Mill P500u voll auszuschöpfen, wurde 2022 zusätzlich eine eigens dafür konstruierte Roboterzelle mit 135 Palettenplätzen in Betrieb genommen. Obwohl sich jetzt nur noch halb so viele Maschinen im Einsatz befinden, bietet der Maschinenpark höhere Kapazitäten und die Maschinen sind besser ausgelastet. Die Roboterzelle bestückt nun mannlos diese Werkzeugmaschine – die Werkzeugwechsler bieten genügend Kapazität. Connected Manufacturing unterstützt dabei, Werkzeuge, Werkzeugdaten und NC-Dateien fehlerfrei und rechtzeitig auf die Maschinen zu bringen. Die Maschinen sind mit Heidenhain-Steuerungen ausgestattet und vollständig an Connected Manufacturing angebunden.

Daniel Schüßler erinnert sich: „Früher waren die Maschinen mit einem Server vernetzt, auf dem wir die NC-Dateien ablegten. Die Mitarbeiter mussten die Dateien manuell vom Server auf die Maschinen kopieren und die Ordnerstruktur und Dateinamen pflegen.“ Feige erläutert: „Mit Connected Manufacturing haben wir jetzt alles top strukturiert. Das System übergibt die Dateien und dokumentiert, was wann auf die Maschinen übertragen wurde. Datenpflege und Archivierung sind wunderbar gelöst.“

Jedes dritte Werkzeug erfasst

Um schnell mit Connected Manufacturing arbeiten zu können, nimmt Schüßler Werkzeuge nur nach Bedarf in die Datenbank auf. Für jedes Werkzeug wird eine Nummer und ein eigener Standard definiert, der Länge und Durchmesser beschreibt. Die Toleranzen betragen Null bis plus drei Millimeter. So ist das Werkzeug stets lang genug.

Für die drei Maschinen hält SMP insgesamt 240 Werkzeuge vor. Aktuell sind 100 davon zusammengebaut, vermessen und in Connected Manufacturing hinterlegt. Da die Werkzeuge nun effizienter verwendet werden, war es möglich, Altwerkzeuge im Wert von rund 20.000 Euro auszumustern. „Mit Connected Manufacturing haben wir die Werkzeugnutzung um 25 Prozent optimiert“, so Feige. Auch die Werkzeugausgabe erfolgt bei SMP automatisiert. Konnte sich früher jeder Mitarbeiter nach Belieben am Werkzeugschrank bedienen, muss er sich nun am Ausgabeautomaten Garant Tool24 persönlich anmelden. Dieser gibt Auskunft über den gesamten Werkzeugbestand und benachrichtigt den Einkäufer, wenn der Meldebestand erreicht wurde – dann wird automatisch nachbestellt. Dank einer Schnittstelle zu Connected Manufacturing lassen sich die Bestände von der Werkzeugverwaltung aus einsehen sowie Werkzeuge hin- und zurückbuchen. In Zukunft soll Connected Manufacturing zusätzlich mit dem ERP-System verknüpft werden, um eine nahtlose Übergabe der Aufträge an die Fertigung zu gewährleisten.

Wiederholsichere Nachproduktion

Mit der 3D-Simulation im CAM-System, den Werkzeugwechslern, der Roboterzelle und der Einführung von Connected Manufacturing legte Schüßler den Grundstein für weiteres Wachstum. Dank der Neuerungen ist SMP heute in der Lage, nicht nur wiederholsicher exakte Kopien eines Prototyps zu erstellen, sondern auch die komplette Fertigung auf Kleinserienproduktion zu skalieren. Auftraggeber, die kurzentschlossen weitere Kopien wünschen, können somit rasch und mit Losgrößen bis zu 150 Stück bedient werden. Bei längerem Vorlauf sind sogar Kleinserien mit bis zu 300 Stück möglich.

„Wir haben jetzt rund 20 Prozent weniger Stillstand und damit gut 60 Maschinenstunden mehr im Monat zur Verfügung. Wir rüsten schneller, haben extrem niedrige Fehlerquoten und können voll von der Automatisierung profitieren“, fasst Daniel Schüßler zusammen. „Für uns zahlt es sich aus, dass wir frühzeitig mit der Digitalisierung begonnen haben. Solange die Strukturen überschaubar sind, kann Connected Manufacturing in wenigen Tagen implementiert werden und einfach mitwachsen.“

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