Auch Konfektionierung und Verpackung wurden neu konzipiert. Die D-Sub PushPull-Gehäuse benötigen keine Deckelschrauben, sondern lassen sich nach der Kabelkonfektionierung einfach miteinander verrasten. Für die Kabelbefestigung stehen eine interne Kabelklemme sowie optional eine externe Kabelklemme zur Verfügung, die größere Kabeldurchmesser und mehr Anschlussspielraum ermöglicht. Darüber hinaus wurde die Verpackung so gestaltet, dass weitgehend auf Kunststoff verzichtet wird und die Bauteile leicht zugänglich sind.

Anwendungsvielfalt

und Verfügbarkeit

Der Push-Pull-Mechanismus ist rückwärtskompatibel zu bestehenden D-Sub-Lösungen. Für die Nachrüstung bietet Harting sogenannte Upgrade-Pins an, die anstelle der üblichen Schraubbolzen auf der Geräteseite montiert werden. Damit entsteht die erforderliche Verriegelungsebene für die Push-Pull-Verbindung. Dieser Schritt erfolgt einmalig und erfordert keine Anpassungen am Gerätedesign. Darüber hinaus werden unterschiedliche Varianten der Verriegelungsbolzen bereitgestellt, um verschiedenen Einbausituationen gerecht zu werden – zum Beispiel für Front- oder Rückwandmontage sowie für unterschiedliche Paneelstärken. So lässt sich die Push-Pull-Technik in eine breite Palette von industriellen Anwendungen integrieren.

In der Anwendung

Ein wesentlicher Vorteil von Push-Pull-Steckverbindern ist die einfache und schnelle Handhabung. Das Verriegeln und Lösen erfolgt ohne Werkzeug, was den Montageaufwand reduziert. Dieser Effekt wird insbesondere dann relevant, wenn mehrere D-Sub-Verbindungen in einer Anwendung vorhanden sind oder Steckvorgänge regelmäßig wiederholt werden müssen. In solchen Fällen kann der Zeitbedarf im Vergleich zu herkömmlichen Schraubverbindungen deutlich sinken. Darüber hinaus entfällt das Anziehen definierter Drehmomente, das im industriellen Umfeld zunehmend gefordert wird. Die Push-Pull-Verriegelung bietet stattdessen ein akustisch und mechanisch spürbares Klick-Signal, das dem Anwender die korrekte Verbindung bestätigt. Erste Rückmeldungen aus der Praxis bewerten dies als eine spürbare Vereinfachung im Montageprozess.

D-Sub-Steckverbinder werden traditionell in seriellen Kommunikationsschnittstellen wie Profibus, RS232 oder CAN-Bus eingesetzt. Aufgrund ihrer mechanischen Robustheit und breiten Verfügbarkeit finden sie jedoch auch in vielen anderen Anwendungen Verwendung. Harting bietet hierfür verschiedene Ausführungen an, darunter D-Sub-Mixed-Varianten, bei denen unterschiedliche Kontaktarten kombiniert werden können – etwa für höhere Ströme, höhere Spannungen, Koaxialsignale oder sogar pneumatische Anschlüsse. Die Kombination dieser Varianten mit dem neuen Push-Pull-Gehäuse erweitert den möglichen Einsatzbereich und ermöglicht angepasste Lösungen für unterschiedliche Applikationsanforderungen.

Markteinführung

Zum Start umfasst das Portfolio Kunststoffgehäuse und metallisierte Kunststoffgehäuse in den Größen 1, 2 und 3, entsprechend 9-, 15- und 25-poligen Standard-D-Sub-Ausführungen. Die Gehäuse sind zudem mit Varianten wie D-Sub High Density oder D-Sub Mixed kombinierbar. Ergänzend werden Zubehörteile bereitgestellt, darunter Upgrade-Pins zur Nachrüstung bestehender Geräteanschlüsse und verschiedene PushPull-Schraubbolzen für unterschiedliche Einbausituationen. Für Anwendungen, die eine mechanische Kodierung erfordern, stehen Gehäusevarianten mit Aufnahme für Kodierrahmen zur Verfügung. Damit lassen sich bis zu 36 Schnittstellen eindeutig unterscheiden und Fehlsteckungen vermeiden.

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