Wie 5G seinen Nutzen in der Industrie entfaltet

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Über kaum ein technisches Thema wird in der Öffentlichkeit so kontrovers diskutiert wie über den neuen Mobilfunkstandard 5G: Gesundheitsrisiken und Manipulation durch Tech-Konzerne auf der einen, die Lösung aller globalen Kommunikationsprobleme auf der anderen Seite. Doch ungeachtet der Verschwörungstheorien und Heilsversprechen bietet die Technologie echten Nutzen auch in der Industrie. Man muss nur wissen wie.

5G kommt

Dass der Mobilfunkstandard bereits unterwegs ist, zeigen auch die Zahlen. Laut dem Ericsson Mobility Report hatten Ende 2020 bereits 15% der Weltbevölkerung eine 5G-Netzabdeckung. In fünf Jahren, also 2026, sollen immerhin 3,5 Milliarden Menschen Zugang zu 5G haben und aktuellen Hochrechnungen zufolge mehr als 54% der mobil übertragenen Daten weltweit per 5G transportiert werden. Dass man auf den neuen Datenturbo nicht lange warten muss, erwartete anlässlich einer Tagung der ZVEI-Akademie auch Roland Sillmann von der Managementberatung Wista. Er verglich die Adaptionsdauer, also die Zeit, die eine Technologie braucht, um mehr als 50 Millionen Nutzer zu haben: Beim Automobil dauerte das 62 Jahre, beim Telefon 50 Jahre und beim iPod nur noch vier Jahre. Der Wert bei 5G dürfte seiner Meinung nach noch schneller sein als beim iPod.

Vorteile für die Industrie

Doch warum soll 5G nun für die Industrie interessant sein? Was bringt es im Vergleich zu Feldbus und Netzwerk? Zumal doch drahtloser Kommunikation immer noch der Ruf der Unzuverlässigkeit anhaftet. Klar, verteilte Anlagen, etwa Windkraft oder Wasserversorgung, sind im Mobilfunknetz gut aufgehoben. Aber in der Werkhalle? Nun, im Wesentlichen sind es dort die üblichen datenintensiven Industrie-4.0-Features, die eine drahtlose Anbindung von Geräten erfordern. Fahrerlose, autonom agierende Transportsysteme, Augmented Reality mit Videoübertragung in beide Richtungen, das ist kabelgebunden überhaupt nicht vorstellbar. Doch auch smarte Sensoren und Kamerasysteme brauchen so viel Bandbreite, dass man die üblichen Bussysteme und Feldnetze schnell an ihre Grenzen bringt – ganz zu schweigen von der Frage, ob es sinnvoll ist, die ganze Big-Data-Kommunikation immer durch die lokale Steuerung zu jagen.

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