
Wer Gebäude betreibt oder besitzt, kommt an den aktuellen Vorgaben aus Berlin und Brüssel nicht vorbei. Die politischen Ziele sind klar formuliert: Die EU will bis 2050 klimaneutral sein, Deutschland sogar schon bis 2045. Damit verbunden ist ein wachsendes Geflecht an Gesetzen, Vorschriften und Berichtspflichten. Davon betreffen viele direkt den Energieverbrauch im Gebäudebestand und in der Infrastruktur von Unternehmen. Doch auch die Marktanforderungen verändern sich und erhöhen zusätzlich den Druck auf Besitzer und Betreiber gewerblich genutzter Immobilien und von technischen Infrastrukturen. So verlangen Investoren und Banken zur Bewertung einer Bestandsimmobilie heute Transparenz über Energieflüsse und -verbrauch. Können diese Daten – etwa mangels geeigneter Monitoringsysteme – nicht nachgewiesen werden, kann sich der erzielbare Preis deutlich reduzieren.
Erster Schritt zur Optimierung
Tatsächlich fehlen häufig genaue Messwerte, Zeitverläufe oder die Zuordnung zu einzelnen Gebäudebereichen. Dabei ist Transparenz der erste Schritt zur Optimierung und die Voraussetzung dafür, Einsparpotenziale überhaupt zu erkennen. Damit stellt sich die Frage, wie die notwendige Datentransparenz im Gebäude am besten hergestellt werden kann. Geeignete, zeitgemäße Antworten auf diese Frage bieten heute IoT-Lösungen, die unterschiedliche Systeme und Feldgeräte cloudbasiert vernetzen und die Daten – z.B. für ein besseres Benchmarking – übergeordnet auf einer Plattform verfügbar machen.
IoT-Lösungen liefern Antwort
Die Implementierung einer solchen IoT-Lösung startet dabei oft mit einem einfachen Energiemonitoring. Doch moderne Lösungen für das Energiemonitoring machen heute viel mehr als nur Zählerstände zu erfassen. Es lohnt sich, ein Mess- und Zählkonzept zu erstellen, das Haupt- und Unterzähler sowie alle messbaren Einflussgrößen auf den Energieverbrauch umfasst. Diese sammeln Daten aus verschiedenen Quellen: von Wärmemengenzählern, Lüftungsanlagen oder Kältezentralen bis hin zu Stromkreisen und Prozessanlagen. Die Systeme werten diese Daten automatisch aus, visualisieren Verläufe und zeigen, wo Lastspitzen auftreten oder Anlagen ineffizient laufen. Ein Beispiel dafür ist die offene Plattform Building X von Siemens. Diese vereint Energiemanagement, Gebäudetechnik und Analysefunktionen in einem umfassenden System. Building X liefert nicht nur Messwerte, sondern stellt sie in den betrieblichen Kontext, etwa durch Vergleiche, Berichte oder automatische Alarmmeldungen bei Abweichungen. Dank der offenen Schnittstellen (APIs) und der herstellerunabhängigen Anbindung lassen sich auch bestehende Softwarelösungen und Systeme von Drittanbietern integrieren.
Herausforderungen im Bestand
Allerdings sind solche aktuellen IoT-Lösungen auf einen breiten Datenpool angewiesen und das bedeutet im Gegenzug: Sie lassen sich am einfachsten auf der Basis moderner gebäudetechnischer Systeme realisieren. Damit erscheint ausgerechnet ein riesiges Marktsegment, das besonders große Energieeinsparpotenziale bietet, auf den ersten Blick ungeeignet für den Einsatz von IoT-Lösungen, nämlich Bestandsbauten. 75 Prozent davon gelten in Europa als ineffizient.1 Und über ein Drittel ist älter als 50 Jahre. Insbesondere Eigentümer mit einem umfangreichen Portfolio an Bestandsimmobilien sehen sich damit drei maßgeblichen Problemfeldern gegenüber:

















