Wie sich dieser Ansatz in der Praxis umsetzen lässt, zeigt die Zusammenarbeit von Autonox, Beckhoff, ISG und SEW Eurodrive im Bereich hochdynamischer Deltaroboteranwendungen. Bereits in einer durchgängigen digitalen Umgebung werden Hardware, Steuerung und Prozesslogik miteinander verknüpft. Eine zentrale Rolle spielt dabei die nahtlose Kopplung von Simulations- und Engineering-Werkzeugen. Durch die Verbindung von ISG-virtuos und dem Autonox Simulator lassen sich die mechanischen Eigenschaften der Deltamechanik, ihre Bewegungsprofile sowie relevante Lastfälle bereits in der Planungs- und Auslegungsphase realitätsnah analysieren und bewerten. Optimierungspotenziale werden dadurch frühzeitig sichtbar, während technische Entscheidungen auf Basis belastbarer Simulationsdaten getroffen werden können.

Gerade dieses Beispiel verdeutlicht einen weiteren Aspekt des Netzwerkgedankens. Es entstehen durchgängige Entwicklungs- und Engineering-Prozesse, die den gesamten Lebenszyklus einer Anwendung unterstützen können, von der Auslegung der Mechanik über Simulation und virtuelle Inbetriebnahme bis hin zur realen Produktionsanlage.

Mit über 370 unterschiedlichen Kinematikvarianten bietet Autonox eins der größten Portfolios standardisierter Robotermechaniken am Markt.
Mit über 370 unterschiedlichen Kinematikvarianten bietet Autonox eins der größten Portfolios standardisierter Robotermechaniken am Markt. – Bild: Autonox Robotics GmbH

Die Maschine als gemeinsamer Integrationspunkt

Die Vorteile eines partnerschaftlichen Ökosystems werden besonders greifbar, wenn Robotik vollständig in das Maschinenkonzept eingebunden wird. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit von Autonox, Siemens und Bertram Elektrotechnik in der automatisierten Kleinteilmontage. Statt einzelner Technologien steht dabei das Gesamtsystem im Mittelpunkt.

In modernen Rundtaktsystemen entscheiden häufig Zehntelsekunden über Produktivität und Wirtschaftlichkeit. Traditionell werden viele Bewegungsaufgaben dabei über komplexe Linearsysteme umgesetzt. Mit zunehmender Variantenvielfalt steigen jedoch auch die Anforderungen an Flexibilität und Umrüstbarkeit. Hier kommt die robotische Komponente ins Spiel.

Die eingesetzten Autonox-Mechaniken übernehmen Handhabungs- und Montageaufgaben direkt innerhalb des Rundtaktsystems. Steuerung, Motion Control und Robotik werden vollständig in die Siemens-Automatisierungswelt integriert. Aus Sicht des Maschinenbauers verhält sich der Roboter nicht mehr als separates Subsystem, sondern als Bestandteil der Maschine selbst.

Die Integrationsleistung übernimmt dabei Bertram. Das Unternehmen verbindet Maschinenbau, Elektrotechnik, Bildverarbeitung und Softwareentwicklung zu einer produktiven Gesamtlösung. Dadurch wird deutlich, dass leistungsfähige Produktionssysteme nicht durch einzelne Komponenten entstehen, sondern durch deren abgestimmte Integration. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten mit Software und Anwendungskompetenz ermöglicht Lösungen mit hoher Effizienz und Verfügbarkeit.

Die Zukunft der Robotik ist vernetzt

Wie bereits erwähnt wachsen die Anforderungen an Produktionssysteme kontinuierlich. Zunehmende Variantenvielfalt, kleinere Losgrößen sowie die Forderung nach mehr Energieeffizienz und digitaler Durchgängigkeit erhöhen die Komplexität moderner Automatisierungslösungen. Gleichzeitig verkürzen sich Entwicklungs- und Innovationszyklen, wodurch Unternehmen immer schneller auf neue Marktanforderungen reagieren müssen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die enge Vernetzung spezialisierter Partner an Bedeutung. Zusammenarbeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Linked Robotics führt diesen Gedanken auf die Ebene eines partnerschaftlichen Technologie-Ökosystems weiter. Im Mittelpunkt steht die gezielte Zusammenarbeit von Unternehmen mit komplementären Kompetenzen. Mechanik, Antriebstechnik, Automatisierung, Simulation, Softwareentwicklung und Integrations-Knowhow werden in einem gemeinsamen Netzwerk zusammengeführt. Jeder Partner konzentriert sich auf seine Kernkompetenz, während Maschinenbauer und OEMs die jeweils benötigten Komponenten direkt bei den spezialisierten Technologiepartnern beziehen.

Die dargestellten Beispiele aus den Bereichen dezentrale Automatisierungsarchitekturen, durchgängiges digitales Engineering und maschinenintegrierte Robotik verdeutlichen das Potenzial dieses Ansatzes. Sie zeigen, dass leistungsfähige Produktionslösungen zunehmend dort entstehen, wo spezialisierte Technologien und Kompetenzen frühzeitig und systematisch miteinander verbunden werden. Die Leistungsfähigkeit moderner Robotik basiert auf dem nahtlosen Zusammenspiel spezialisierter Komponenten innerhalb eines vernetzten Partnernetzwerks. Linked Robotics steht dabei für ‚Better Robotics in Components‘.

Einen umfassenden Überblick bietet die Linked-Robotics-Plattform auf der Website von Autonox Robotics. Dort sind mehr als 50 Partner in den Bereichen Linked Component, Linked Control, Linked Software & Service sowie Linked Integrator zusammengeführt und direkt vernetzt. Ergänzend dazu bietet der Autonox Finder Maschinenbauern und Integratoren eine praxisorientierte Hilfe. Über die Auswahl der jeweiligen Mechanik erhalten Anwenderinnen und Anwender Zugang zu technisch abgestimmten und bereits validierten Lösungen in den Bereichen Antriebstechnik und Linked Robotics. Geeignete Komponenten und Technologiepartner lassen sich dadurch schneller identifizieren.

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