
Bei der Leittechnik besteht oft die Annahme, dass eine Software entweder schlank und für kleine Anlagen konzipiert oder leistungsfähig und deshalb für große Systeme ausgelegt sein müsse. Mit Atvise will Bachmann diese Hypothese widerlegen. Mit über 100.000 Installationen weltweit hat sich die Software in sehr unterschiedlichen Branchen und Größenordnungen etabliert: Zur Visualisierung kompakter Applikationen ist sie in tausende Bachmann-Steuerungen integriert. Darüber hinaus nutzen zahlreiche Anwenderfirmen sie zur Bedienung von Maschinen und Anlagen über HMIs und Panel-PCs. Gleichzeitig dient die Software bei diversen komplexen Anwendungen als zentrale Scada-Drehscheibe vor Ort. Zudem wird sie häufig als Überwachungs- und Bediensystem in der Cloud genutzt.

Erprobtes Scada-System
Ein Beispiel für Atvise als zentrale Scada-System liefert Global Player Knapp mit seinen Intralogistikanlagen. Die über 1.500 aktiven Kundensysteme umfassen jeweils mehr als zwei Millionen Datenpunkte. Die Projekte werden dabei weitgehend automatisiert generiert. Im Dolder Grand Hotel in der Schweiz verarbeitet die Gebäudeleittechnik-Installation 1,1 Millionen Datenpunkte auf einem einzelnen Server. Durch die geringen Hardwareanforderungen kann das Leitsystem bei der österreichischen Magna Steyr Fahrzeugtechnik mehr als zwei Millionen Datenpunkte verwalten für die Instandhaltung, Produktion und Planung in der Lackierstraße. Und in Dubai führt ein Parkleitsystem von Indect in einer der größten Shopping-Malls der Welt die Daten von 13.500 Stellplätzen und Bedienstellen zusammen.

Von der lokalen Installation in die Cloud
Wird die Anwendung als Cloud-gehostetes Überwachungs- und Bediensystem genutzt, erfassen und puffern dezentrale Edge-Instanzen Daten lokal, während die übergeordnete Daten-Drehscheibe im Public- oder Private-Cloud-Rechenzentrum läuft. Durch OPC UA Historical Access und die Store&Forward-Funktionalität können historisierte Daten auch nach Verbindungsunterbrüchen noch zuverlässig ins Rechenzentrum übertragen werden. Die OPC UA-Erweiterung Alarms & Conditions synchronisiert Alarme von den dezentralen Einheiten in die Cloud. Aktionen wie Quittieren oder Zurückstellen werden automatisch weitergereicht. Die mit Web-Technik realisierte Anwendung läuft auf gängigen Browsern und Endgeräten, zusätzliche Rollouts und Lizenzkosten entfallen in der Regel.
Eine Cloud für Kraftwerke
Zwei Anwendungsbeispiele für den Scada-Betrieb in der Cloud liefern der Blockheizkraftwerk-Hersteller Burkhardt und der Scada-as-a-Service-Anbieter Maritech: Burkhardt betreibt ein cloudbasiertes zentrales Flottenmanagement-System. Darin sammelt der Hersteller die Daten von rund 500 weltweit verteilten Anlagen und stellt sie den Usern mandantenfähig bereit. An Störungen wird per Fernzugriff gearbeitet. Die Kraftwerkbetreiber behalten die Leistung ihrer Anlagen im Blick, das Serviceteam soll mit schneller und gezielter Wartung punkten. Aus den gebündelten Flottendaten leitet das Unternehmen zudem Verbesserungen für künftige Anlagen ab.













