Die Microservices von Syskron

MES-Funktion per IIoT

Der Anlagenhersteller Krones hat im Jahr 2014 das Tochterunternehmen Syskron in Stellung gebracht, um digitale Angebote auf der Basis von IIoT-Technik zu entwickeln. Heute zeigt das Portfolio, wie sich mit der Kombination aus Cloud und Edge Computing sowie Microservices Funktionen bereitstellen lassen, wie sie klassische MES-Lösungen bieten.

Auch in der Getränkeproduktion wächst der Bedarf, Produktionsdaten zu analysieren. Krones ist einer der weltweit größten Hersteller von Anlagen für dieses Marktsegment. Die 2014 gegründete Krones-Tochter Syskron entwickelt insbesondere digitale Lösungen und Services zur Vernetzung von eigenen Anlagen und denen anderer Hersteller. Damit hat der Anlagenbauer vergleichsweise früh damit angefangen, die Digitalisierung der eigenen Produktpalette zu systematisieren. Seit 2014 agieren im gesamten Segment des Maschinen- und Anlagenbaus viele große Marktteilnehmer nach einiem ähnlichen Muster. Ob der frühe Start zu einem produktseitigen Vorsprung geführt hat, zeigt der Blick auf das aktuelle Portfolio.

Edge Device für Retrofits

Ein Produkt der Ausgründung ist zum Beispiel die Edge-Komponente ReadyKit. Damit lassen sich Neu- und Bestandsmaschinen verschiedener Hersteller an die IT anbinden, selbst wenn diese keine Kommunikationsschnittstelle mitbringen. Mit dem Kit lassen sich unterschiedliche Datensätze auslesen und daraus etwa Kennzahlen berechnen, die eine Grundlage für weitere Auswertungen bilden. Diese Informationen werden in der Cloud gesammelt, gesichert und können von einzelnen Anwendungen in der IIoT-Plattform Share2Act von Syskron genutzt werden.

Maschinenintegration möglich

Die Industrial Internet of Things-Plattform Share2Act selbst ist multimandantenfähig. An sie lassen sich Maschinen herstellerübergreifend anbinden. Und sie stellt verschiedene Funktionalitäten zur Verfügung, wie sie typischerweise in klassischen MES-Suiten zu finden sind. Während in der Vergangenheit die Kompetenz eines Anbieters oft darin lag, Schnittstellen zwischen Systemen wie der Linienplanung, dem Produktions- und dem Qualitätsmanagement bereitzustellen und daraus Lösungen zu schmieden, erlauben Technologien wie Edge Devices, Cloud Computing und IIoT-Plattformen, übergeordnete Funktionen wie Zugangs- und Benutzerverwaltung ebenso in einem System abzubilden wie Spezialfunktionen. Bei Syskron heißen diese Module Services.

Die Dienste im Detail

Die Funktionalitäten gliedert die Krones-Tochter in die folgenden Funktionspakete:

Connect: Das Modul dient als Knotenpunkt und digitaler Zwilling der produktionsrelevanten Informationen.

Watchdog: Dieser Baustein dient Alarmsystem, das bestimmte Datenpunkte im Blick behält. Bei einer Grenzwertüber- oder -unterschreitung geht eine Meldung an die zuständigen Mitarbeiter, die hinterlegte Handlungsempfehlungen zugreifen können.

Assistance: Mit dieser Applikation lassen sich Instandhaltungsarbeiten verwalten, überwachen und dokumentieren. Assistance besteht aus dem Baustein Maintenance zur Einrichtung und Verwaltung von Wartungs- und Reparaturaufträgen sowie der digitalen Ersatzteilverwaltung namens Components.

Performance: In diesem Modul werden Kennzahlen in Echtzeit visualisiert. Anzeigen lassen sich etwa die Zahl der produzierten Einheiten und Statusinformationen zu Produktion sowie Ausfällen. Diese Informationen werden zusätzlich in einem Maschinenbericht ausgegeben, der auch Stillstands-Klassifikationen innerhalb der Schicht und eine kumulierte Verlustanzeige mittels Wasserfall-Diagramm beinhaltet.Performance zeichnet auftretende Maschinenstillstände auf und ordnet sie in Kategorien ein. Wird die gleiche Störung öfter dokumentiert, lassen sich die Aufzeichnungen nutzen, um die Ursachen zu finden.

Cloud-Sicherheit

Das Lizenzmodell der Software-as-a-Service-Lösung erlaubt es Anwendern, einzelne Dienste zu buchen und wieder zu kündigen. Die Systemdaten werden in der Cloud abgelegt. Zwar mag es nicht allen Produzenten gefallen, ihre Produktionsdaten in eine externe Infrastruktur zu übertragen. Doch gerade beim Umgang mit rechenintensiven Data-Science-Modellen würden die meisten IT-Infastrukturen an Grenzen stoßen. Der Cloud-Partner von Syskron ist das amerikanische Unternehmen Amazon Web Services (AWS), die unter anderen nach ISO27017, SOC 2 und C5 zertifiziert sind.

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