Lesedauer: 7min
Per Gateway in die Cloud

Aug 17, 2020 | Allgemein

Drastisch reduzierter Verdrahtungsaufwand, bedienfreundliche Remote-Parametrierung und Datenabfrage über die Steuerung sowie funktionale Mehrwerte für Industrie 4.0-Szenarien - mit den Gateways WI180C für die IO-Link- und Feldbusintegration erschließt Sick diese Vorteile jetzt auch für Lichtleiter-Sensoren und Displacement-Messsensoren. Auch die Kommunikation bis in die Cloud ist machbar.
   Die neuen WI180C Gateways ermöglichen es, eine Reihe von Lichtleitersensoren, Kontrastsensoren und messende Displacementsensoren von Sick über eine einzige Leitung direkt in die IO-Link- oder in die Feldbuswelt zu integrieren.
Die neuen WI180C Gateways ermöglichen es, eine Reihe von Lichtleitersensoren, Kontrastsensoren und messende Displacementsensoren von Sick über eine einzige Leitung direkt in die IO-Link- oder in die Feldbuswelt zu integrieren.Bild: Sick AG

Sensoren, bei denen Optik und Verstärker getrennt sind, kommen immer dann zum Einsatz, wenn Detektions- oder Messfunktionen nahe am Objekt umgesetzt werden müssen, dort aber kein Platz für die Montage integrierter Standardsensoren vorhanden ist. Häufig geht es in solchen Maschinen generell eng zu, so dass gleich eine Vielzahl von Detektions- und Messaufgaben durch Sensoren mit Lichtleiter-Optik oder separatem Optikkopf umgesetzt werden. Die Verstärker- und Auswerteeinheiten werden dabei an abgesetzter Stelle montiert – und bislang häufig einzeln verdrahtet. Die neuen WI180C Gateways ermöglichen es, Lichtleitersensoren WLL180T, Kontrastsensoren KTL180 und messende Displacementsensoren wie die OL1 und verschiedene OD-Produktfamilien von Sick über eine einzige Leitung direkt in die IO-Link- oder die Feldbuswelt zu integrieren. Die Möglichkeit, die Objekte detektierenden, Kontraste erfassenden oder Abstände messenden Sensoren auch im gemischten Betrieb anzuschließen, bietet zusätzliche konstruktive und applikatorische Flexibilität.

Sensoranschluss über Rückwandbus-Stecker

   Bei den Gateways der Produktfamilie WI180C können bis zu 16 Lichtleiter-, Kontrast- und Displacementsensoren - auch im gemischten Betrieb - per Rückwandbus aneinander gesteckt und durch das gleiche Prinzip mit dem Kommunikationsmodul verbunden werden.
Bei den Gateways der Produktfamilie WI180C können bis zu 16 Lichtleiter-, Kontrast- und Displacementsensoren – auch im gemischten Betrieb – per Rückwandbus aneinander gesteckt und durch das gleiche Prinzip mit dem Kommunikationsmodul verbunden werden.Bild: Sick AG

Die Gateways der Produktfamilie WI180C übernehmen die bewährte Stecker-Buchse-Anschlusstechnik der einzelnen Sensorbaureihen. Bis zu 16 Sensoren können auf einer Hutschiene per Rückwandbus aneinander gesteckt und durch das gleiche Prinzip mit dem Kommunikationsmodul verbunden werden. Das Gateway sammelt alle Sensordaten ein und überträgt diese Daten über ein einziges Kabel entweder an einen IO-Link-Master, zum Beispiel das Sensor Integration Gateway SIG200, oder über ein Feldbusmodul für Profibus, Profinet, Ethercat oder Ethernet/IP weiter an die Maschinensteuerung. Die Sensoren im Busverbund können ihrerseits im Betrieb einzeln mit der IO-Link- oder Feldbuswelt kommunizieren – also Prozess- und Servicedaten übertragen oder Parametrierungsdaten empfangen. Gleichzeitig werden sie dabei mit Energie versorgt. Unter dem Strich minimiert der Anwender durch den Einsatz der WI180C Gateways seinen Material- und Verdrahtungsaufwand – so dass sich deren Einsatz bereits bei wenigen angeschlossenen Sensoren als wirtschaftlich vorteilhaft darstellen kann. Entsprechendes gilt auch im Vergleich mit Lichtleiter-Sensoren mit integrierter IO-Link-Anbindung, die lediglich stand alone eingesetzt werden können und einzeln verdrahtet werden müssen. Hinzu kommen weitere Vorteile. Individuelle Parametrierung und vereinfachte Bedienung

So können die Lichtleiter-, Kontrast- und Displacementsensoren mit abgesetztem Verstärker von Sick über Bedienelemente am Gerät intuitiv bedient werden. Bei den WLL180T-Lichtleitersensoren und den KTL180-Kontrasttastern kann die Anzeige im 7-Segment-Display je nach Einbaulage elektronisch um 180° gedreht werden – der Sensor kann also immer richtig herum abgelesen werden. Ist eine direkte Bedienung der einzelnen Verstärker z.B. aufgrund der Einbaulage nicht möglich oder zu umständlich, können die einzelnen Sensoren auch zentral über das Gateway ferngesteuert werden -entweder direkt per IO-Link bzw. per entsprechendem Bus aus der Steuerung heraus oder bei Einsatz des neuen IO-Link Gateways über das Sick-Engineering-Tool Sopas. Alle Einstellungen wie beispielsweise Empfindlichkeit oder Schaltschwelle können als Klartext vorgegeben und bei Bedarf für jeden einzelnen Sensor optimiert werden – auch im laufenden Betrieb. So lassen sich beispielsweise bei einem Wechsel von Verpackungsmaterialien oder zu detektierenden Elektronikbauteilen die Sensoreinstellungen bequem und sicher über die Steuerung an die verschiedenen Erfordernisse anpassen. Damit integrieren sich diese Sensoren mit abgesetztem Verstärker jetzt ebenfalls in automatisierungstechnische Bedienkonzepte üblicher Standardsensoren mit IO-Link oder Feldbusanbindung.

 Das IO-Link-Gateway der WI180C-Produktfamilie ermöglicht es, über die IO-Link-Verbindung alle Prozess- und Servicedaten in der Steuerungs- und Maschinenebene bereitzustellen.
Das IO-Link-Gateway der WI180C-Produktfamilie ermöglicht es, über die IO-Link-Verbindung alle Prozess- und Servicedaten in der Steuerungs- und Maschinenebene bereitzustellen.Bild: Sick AG

Gateways generieren funktionale Mehrwerte Connectivity bis in die Cloud – die Datenübertragung per WI180C Gateways erhöht entscheidend die Maschinenfunktionalität im Kontext von Industrie 4.0. So können alle Prozess- und Servicedaten über die IO-Link-Verbindung in der Steuerungs- und Maschinenebene bereitgestellt werden. Bei der Datenübertragung via IO-Link-Gateway und IO-Link-Master SIG200 ist dies sogar auf direktem Weg bis in die Cloud möglich. Im Fall der WI180C-Feldbus-Gateways kann die Kommunikation bis in die Cloud über steuerungsbasierte Lösungen umgesetzt werden. Die verbundenen Sensoren liefern individuelle Diagnoseinformationen, die eine Beurteilung der Prozessqualität und des Maschinenstatus ermöglichen. Sendeleistung, Signalstärke, Empfindlichkeit, Schaltschwelle, Kontrastinformationen, Verschmutzungsgrad der Optik – diese und weitere Zustandsinformationen können in regelmäßigen Abständen von der Steuerung oder einer Cloudapplikation abgefragt oder vom Sensor beim Erreichen vorgegebener Grenzwerte selbstständig gemeldet werden. Die Gateways eröffnen jetzt auch beim Einsatz von Sensoren mit abgesetztem Verstärker die Möglichkeit, mit deren Informationen die Performance der Maschine im Betrieb dynamisch und in Echtzeit zu optimieren und zugleich mögliche Störungen und Ausfallursachen frühzeitig zu erkennen. IO-Link-Gateway ermöglicht smarte Sensorlösunge

Nicht alleine, dass diese Sensoren dank der neuen Kommunikationsmodule jetzt ‚mehr zu sagen haben‘ als nur Detektionssignale oder Messwerte – das IO-Link-Gateway ermöglicht es zugleich, smarte Sensorlösungen umzusetzen. Denn während auf der einen Seite prozess- und maschinenrelevante Informationen direkt in einen Ethernet-Feldbus oder in die Cloud weitergeleitet werden, wächst auf der anderen Seite der Bedarf, möglichst viele Automatisierungsentscheidungen vor Ort zu fällen. Die Dezentralisierung von ursprünglich in der Steuerungsebene beheimateten Funktionen, das heißt ihre Verlagerung vom Automatisierungssystem in die Feldgeräte, erweist sich immer häufiger als der richtige Ansatz, um Automatisierungsnetzwerke effizienter und performanter zu gestalten. Dieses Edge Computing erfordert dezentrale Rechenleistung und Intelligenz – die das IO-Link-Gateway der WI180C-Produktfamilie in Form von integrierten oder optional verfügbaren Smart Tasks bereitstellen kann. Die jeweiligen Auswertungen finden dann vor Ort im IO-Link-Gateway statt – weder die Steuerung noch das Netzwerk werden mit möglicherweise umfangreichen und zeitkritischen Signalen belastet, deren Auswertung prozesskritisch sein könnte.

Autor:
Firma: Sick AG
www.sick.de

Märkte & Trends

Weitere Beiträge

Das könnte Sie auch interessieren