Ein Orchester für die Automation

Bild: Jumo GmbH & Co. KG

Mit einem breit gefächerten Produktportfolio von über 53.000 Artikeln in rund 635 Produktgruppen blickt Jumo auf eine jahrzehntelange Entwicklung als Komponentenlieferant zurück. Doch die Anforderungen der Kunden steigen – ebenso wie der Bedarf an durchgängigen, intelligent orchestrierten Systemlösungen. Genau hier setzt das Unternehmen mit einer strategischen Neuausrichtung an: Bis Ende 2025 soll für die Fokusbranchen ein klares Bild des Ökosystems entwickelt werden, das die Zielapplikationen bestmöglich unterstützt. „Unsere volle Konzentration gilt zunächst sechs Fokusbranchen“, sagt Christoph Trott, Leiter Strategisches Produktmanagement bei Jumo. „Dies sind die verfahrenstechnischen Industrien Lebensmittel & Getränke, Thermoprozesstechnik, Wasser & Abwasser, Transportation, erneuerbare Energien sowie Heizung, Klima, Lüftung.“ In diesen Sektoren will das Unternehmen also die Fähigkeit erlangen, komplette Applikationen mit passgenauen Produkten, Services und Softwarelösungen zu bedienen.

Anwendungsgetriebene

Systemintegration

Dabei verfolgt das Unternehmen einen klaren strategischen Ansatz: „Unser Anspruch ist es, ein Kundenproblem von heute in eine Lösung von morgen zu überführen“, betont Trott. „Die Sorgen und Nöte der Kunden müssen erkannt, aufgenommen und in unsere Roadmap übersetzt werden – so entsteht echte Innovationskraft.“ Dafür analysiert das Produktmanagement systematisch die Lücken in den Anwendungen und bringt neue Komponenten und Funktionen gezielt dort ein, wo sie einen konkreten Mehrwert stiften. Dieser Fokus auf Applikationen sei ein klarer Perspektivwechsel: Weg von der reinen Komponentenentwicklung, hin zur anwendungsgetriebenen Systemintegration.

Das Orchester spielt für den Kunden

Als anschauliches Bild für das neue Selbstverständnis nutzt der strategische Produktmanager die Analogie eines Orchesters: „Im Mittelpunkt unseres Konzerts stehen Kunden und Applikationen. Die Branche und die Anwendungen bestimmen die zu spielenden Stücke, neue Solisten vervollständigen das Orchester – und das Branchenmanagement dirigiert. Sie sehen: Für den Kunden ein echtes Wunschkonzert.“ Mit dieser Philosophie bewegt sich Jumo weg vom Bild des klassischen Komponentenanbieters. „Im letzten Jahr unserer Gespräche wurde erstmals deutlich wahrgenommen, dass wir kein reiner Gerätehersteller mehr sind, sondern ein Anbieter kompletter Systeme und Lösungen“, erinnert sich Trott. Diese Positionierung spiegelt sich auch in der unternehmenseigenen Automatisierungspyramide wider, die konsequent für jede Zielbranche ausgebaut wird. Von der Feldebene mit Sensorik und Aktorik über die Steuerungsebene bis zur Supervisory- und Cloud-Ebene entsteht ein durchgängiges Ökosystem, das sich gezielt an den Anforderungen der jeweiligen Industrie orientiert.

Durchgängiges System: Vom Sensor bis zur Cloud

Wie dieses Systemdenken in der Praxis aussieht, zeigt Produktmanager Nico Müller anhand eines konkreten Anwendungsbeispiels: „Nehmen wir einen Räucherschrank aus der Lebensmittelindustrie. Hier erfassen wir mit unseren Sensoren die Temperatur in den Fleisch- oder Ersatzprodukten, übertragen die Daten über einen Transmitter und visualisieren sie an einem HMI-Panel. Unsere Auswertesoftware verarbeitet die Messdaten und ermöglicht eine präzise Prozesskontrolle.“

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