Damit sei bereits ein vollständiges Jumo-System im Einsatz – bestehend aus Sensorik, Automatisierungseinheit und Software. Wird dieses System um Dienstleistungen wie Kalibrierung oder applikationsspezifische Engineering-Leistungen ergänzt, spricht das Unternehmen von einer Lösung. „Wir orientieren uns an einem Ökosystemgedanken – ähnlich wie bei Google, wo Hard- und Software perfekt miteinander harmonieren. Genau das ist auch unser Ziel: ein konsistentes und effizientes Nutzererlebnis in industriellen Anwendungen“, erklärt Müller.

Autarkes Reglermodul schafft Sicherheit

Ein besonders markanter Baustein in Jumos Automatisierungspyramide ist das neue Reglermodul, das explizit für die Anforderungen der Thermoprozesstechnik entwickelt wurde. „Es erfüllt nicht nur die strengen Konformitätsanforderungen nach AMS2750 und CQI-9, sondern ist auch autark lauffähig“, erklärt Michael Wiener, Produktmanager für Steuerungssysteme. Damit sei es in der Lage, selbst bei einer Unterbrechung des Systembusses weiter zu regeln. „Das ist ein entscheidender USP im Wettbewerb“, betont Wiener. „Denn in der Thermoprozesstechnik reden wir bei einer Charge schnell über Werte im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Ein Ausfall während eines laufenden Prozesses hätte drastische wirtschaftliche Folgen. Mit unserem Reglermodul bieten wir eine einzigartige Ausfallsicherheit.“ Möglich macht dies eine eigene CPU im Modul, die eine autarke Lauffähigkeit sicherstellt – ein Feature, das in dieser Form bislang kaum am Markt zu finden ist.

Energieeffiziente Steller und flexibles I/O-System

Auch bei der Steuerung von Lasten setzt das Fuldaer Unternehmen auf neue Entwicklungen. Die neue Leistungssteller-Serie Jumo TYA HL sorgt mit intelligentem Last- management für eine optimierte Energieverteilung. „Neben einer verbesserten Energieeffizienz bietet die Serie auch eine 20-prozentige Platzersparnis dank kompakter Bauweise und eine 15-prozentige Zeitersparnis durch eine vereinfachte Verdrahtung“, berichtet Wiener. Diese Vorteile machen sich besonders bei komplexen Anlagen wie Durchlauföfen bezahlt, wo Platz, Zeit und Effizienz zentrale Faktoren sind.

Ebenfalls neu: Das I/O-System. Es ist modular aufgebaut und deckt sowohl digitale als auch analoge Signale ab. „Unsere digitalen Module ermöglichen eine Platzersparnis von bis zu 30 Prozent im Schaltschrank – ein wichtiger Faktor gerade für kompakte Anwendungen“, erläutert Müller. Für höhere Ströme stehen zudem Relais-Module mit langlebiger Technik zur Verfügung. Auch Kommunikationsmodule wurden integriert, etwa zur flexiblen Verteilung auf mehreren Hutschienen oder zur einfachen Verbindung von SPS und I/O-Ebene via Ethernet.

Bildschirmschreiber in der Steuerung

Ein weiteres Highlight ist die neue Recorder-App, die die Funktion eines klassischen Bildschirmschreibers direkt in die Steuerung integriert. „Mit unserer Panel-SPS Jumo Varitron 500 können Anwender Prozessdaten direkt erfassen und visualisieren – entweder via Browser oder auf dem Panel selbst“, erklärt Wiener. „Das spart nicht nur Hardwarekosten, sondern reduziert auch den Installationsaufwand erheblich.“ Besonders innovativ zeigt sich dabei die Benutzeroberfläche des Varitron 500 touch: Hier sind sowohl die klassische Codesys-Programmierung als auch die Visualisierung über die Recorder-App auf einer hybriden Bedienoberfläche vereint. „Der Nutzer kann einfach per Wischgeste zwischen den Welten wechseln“, so Wiener. „Das ist bislang einzigartig in der Branche und ein klares Zeichen für unsere Ausrichtung auf maximale Benutzerfreundlichkeit.“

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