Werkzeugmaschinenindustrie

Kräftiger Bestellzuwachs

Die Werkzeugmaschinenindustrie konnte im 2. Quartal und im 1. Halbjahr insgesamt bei den Bestellungen wieder zulegen. Die hohen Zuwachsraten erklären sich zwar auch mit den schwachen Vergleichswerten aus dem Corona-Jahr 2020, liegen aber nur noch leicht unter dem Niveau von 2019.
Bild: Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.

Im 2. Quartal stieg der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 103 Prozent. Dabei legten die Bestellungen aus dem Inland um 81 Prozent zu. Die Auslandsbestellungen notierten 114 Prozent über Vorjahr. Im 1. Halbjahr stiegen die Bestellungen bei den deutschen Anbietern um 57 Prozent. Die inländischen Bestellungen lagen 38 Prozent über Vorjahr, die ausländischen 68 Prozent. „Die Branche hat den Turnaround mit erheblich mehr Dynamik geschafft als ursprünglich angenommen und verzeichnet trotz mancher Lieferschwierigkeiten einen kräftigen Anstieg ihrer Bestellungen“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW das Ergebnis. Die sehr hohen Zuwachsraten erklärten sich zwar auch mit den schwachen Vergleichswerten des Corona-Jahres 2020. Das Auftragsvolumen habe sich aber spürbar erholt und liege mit vier Prozent nur noch leicht unter dem Vor-Corona-Niveau 2019. Auch sei die Entwicklung breit aufgestellt und zeige den großen Nachholbedarf bei Investoren aus aller Welt.

Treiber bleibt das Ausland

Asien ist weiterhin von der hohen Nachfrage aus China geprägt, die für zwei Drittel des asiatischen Auftragsvolumens steht. Das US-Geschäft beginnt sich zu erholen. Es mehren sich die Zeichen, dass die Aufträge von dort künftig kräftiger anziehen werden. Europa ist ebenfalls spürbar aufgewacht. Hier stützen insbesondere fiskalpolitische Maßnahmen mit Investitionsförderprogrammen die Nachfrage. Musterbeispiele sind Österreich und Italien. Das Inland zieht zeitversetzt nach. Insgesamt ist das Niveau der Top-Jahre 2017/2018 allerdings noch ein Viertel entfernt. „Ohne die Engpässe und Preissteigerungen bei den Zulieferungen, z.B. bei Elektronik, Stahl, Blech, wäre sogar noch mehr drin“, resümiert Schäfer. Vor dem Hintergrund einer intakten Erholung der Weltwirtschaft wird jedoch ein weiterer Anstieg erwartet. Aufgrund des deutlichen Auftragszuwachses hat Oxford Economics, Prognosepartner des VDW, das Produktionsplus bei acht Prozent verortet, zwei Punkte mehr als noch im Frühjahr. Damit läge das Volumen im laufenden Jahr bei 13,2Mrd.€.

Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.

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