Maschinen- und Anlagenbau

Trotz Materialengpässen auf Kurs

Die derzeitigen Lieferschwierigkeiten verhindern ein höheres Wachstum im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Dennoch bleibt die Branche mit gut gefüllten Auftragsbüchern auf Kurs. Der VDMA rechnet damit, dass die Mehrheit der Maschinenbau-Unternehmen bereits in diesem Jahr wieder das Umsatzniveau von 2019 erreicht.
 Deutsche Maschinenausfuhren nach Regionen von Januar bis August und Juni bis August 2021.
Deutsche Maschinenausfuhren nach Regionen von Januar bis August und Juni bis August 2021. Bild: Statistisches Bundesamt, VDMA e.V.

Der Maschinen- und Anlagenbau bekommt die globalen Materialengpässe und Lieferschwierigkeiten zunehmend zu spüren. „Wie in allen Industrien, werden sich auch bei uns die Lieferschwierigkeiten bei einigen Vorleistungen noch längere Zeit bemerkbar machen. Aber die Auftragsbücher sind nach wie vor gut gefüllt. Deshalb erwarten wir, dass die Umsätze aus diesen Bestellungen mit etwas Verzögerung verbucht werden“, sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen. „Viele Maschinenbauer werden bereits in diesem Jahr das Umsatzniveau von 2019 wieder erreichen. Für 2021 bestätigen wir unsere Prognose eines realen Produktionszuwachses von zehn Prozent zum Vorjahr. Ohne Materialengpässe wäre sogar ein höheres Wachstum möglich gewesen. Aber die ungewisse Lage in den Lieferketten beschäftigt auch uns zunehmend“, ergänzte er. Für 2022 rechnen die VDMA-Volkswirte unverändert mit einem weiteren Produktionsplus von real fünf Prozent.

Neue Positionierung zwischen USA und China angestrebt

Für die exportstarke Branche, die im Durchschnitt vier von fünf Maschinen ins Ausland verkauft, stellen die Konfrontation und das Auseinanderdriften der beiden Wirtschaftsmächte USA und China eine immer größere Herausforderung dar. Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA bezieht fast die Hälfte der Maschinenbaufirmen Komponenten aus China oder den USA, die für die eigene Produktion kritisch sind. Dabei handelt es sich an erster Stelle um elektronische Komponenten und Bauteile, aber auch um Rohmaterialien wie Stahl und Gussteile sowie verschiedene andere Vorprodukte. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen gaben zugleich an, dass sie keine unmittelbare Änderung ihrer Strategie planen.

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